Große Naturforscher. Eine Geschichte der Naturforschung in Lebensbeschreibungen. (Q1437641)
From MaRDI portal
| This is the item page for this Wikibase entity, intended for internal use and editing purposes. Please use this page instead for the normal view: Große Naturforscher. Eine Geschichte der Naturforschung in Lebensbeschreibungen. |
scientific article; zbMATH DE number 2572154
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Große Naturforscher. Eine Geschichte der Naturforschung in Lebensbeschreibungen. |
scientific article; zbMATH DE number 2572154 |
Statements
Große Naturforscher. Eine Geschichte der Naturforschung in Lebensbeschreibungen. (English)
0 references
1929
0 references
Aus dem Vorwort und der Einleitung: ``Schon lange war es mein Wunsch gewesen, das, was ich von früh an vom Leben und in den Werken der Naturforscher gelesen hatte, zu umfassenderen historischen Studien zu ergänzen, wenn ich nur erst in dem Unterfangen, selbst Naturforscher zu sein, mir einigermaßen Genüge getan hätte. Allmählich kam die Zeit dazu, und je mehr ich mich in die Werke und in das Leben der großen Forscher vertiefte, desto mehr schien es mir, daß darin noch viel zu tun sei gegenüber dem, was bisherige Darstellungen über Geschichte der Naturforschung boten. Am meisten fiel mir in neueren Schriften ein Mangel an jenem Verstehen der großen Forscher auf, das sich mir bei Kenntnis auch ihrer Lebensschicksale und ihres Verhaltens dabei zu eröffnen schien; ich fand, daß diese Forscher -oder doch nicht wenige Besondere unter ihnen, die Erfolgreichsten, -- noch weit höher über das Mittelmaß menschlicher Beschaffenheit hinausragten, als die verbreiteten Darstellungen es scheinen lassen. Meine Freude darüber, daß diese Persönlichkeiten der Größe ihrer Werke so standhalten, daß sie als ganze Vorbilder künftiger Forscher und zugleich als menschliche Vorbilder überhaupt dastehen dürfen, war groß, und ich dachte, auch andere daran teilnehmen zu lassen, sobald meine Studien so weit gediehen wären, daß ich nicht nur alles genügend verbürgt sagen könnte, sondern daß auch ein Gesamtbild der Entwickelung der Naturwissenschaft entstünde, in welches die einzelnen Forscher so sich einreihten, wie sie und ihre Werke wirklich sich entwickelt hatten. Dazu war planmäßiges Studium nicht nur in den vorhandenen Geschichtswerken der Naturforschung, sondern weit mehr noch in den Werken der Forscher selbst notwendig; ja es war vor allem auch nachzuprüfen, welches die Reihe der großen Forscher überhaupt sei, an deren Tätigkeit die Kenntnis der Natur am hervorragendsten sich entwickelt und gesteigert hat. Bei solchem Studium der Werke hervorragender Forscher zeigte sich häufig, daß dieselben weit mehr geleistet hatten, als ihnen gewöhnlich zugeschrieben wird. Je reicher der Inhalt eines solchen Werkes ist, desto mehr davon scheint im Laufe der Zeit -- bei der Geschichtsschreibung und in Lehrbüchern -vergessen worden zu sein, oder vielmehr wurde es anderen zugeschrieben, die später mit dem Gegenstand, ins Breite gehend, sich beschäftigt hatten, als er nicht mehr neu war. Es ist aber doch kein Zweifel, wer der Urheber des Neuen war, wenn eine Kenntnis -bei Vorgängern keineswegs etwa schon fast bereit liegend -- unerwartet und doch zugleich schon möglichst gesichert dargelegt sich findet. Zu Forschern, bei welchen dies zutrifft, stehen im Gegensatz andere, deren Werke beim Nachlesen enttäuschen im Vergleich zu dem, was gewöhnlich ihnen zugeschrieben wird. Man merkt, wenn man auch von ihren Vorgängern Kenntnis hat, daß sie allzuviel diesen verdanken oder auch, daß sie, ohne selbst wesentlich um den Gegenstand bemüht gewesen zu sein, bloße Behauptungen aufstellten, die nur deshalb nicht vergessen wurden, weil andere durch den zugehörigen Aufwand von Geist und Mühe Ähnliches als der Wirklichkeit entsprechend nachwiesen, ohne deren Arbeit es aber doch nur billige Vermutung geblieben, nicht Wahrheiterkenntnis geworden wäre. Es ist erstaunlich, wie gewisse Einschätzungen in der Wissenschaftsgeschichte, die gegenüber kundigem Urteil nicht standhalten können, mit anscheinender Unausrottbarkeit sich fortgepflanzt haben. Ich habe gesucht, durch Nachlesen der Original-Literatur dem ganz zu entgehen.'' ``Geht man in dieser Weise den Ursprüngen der Erkenntnis nach, so trifft man auf eine weit geringere Zahl von Namen, als gewöhnlich in Geschichtswerken, sogar auch in kleineren, aufgezählt und behandelt werden, wo mehr das Streben nach Nennung einer Höchstzahl von Personen als das allerdings mehr Mühe und Urteil erfordernde Zurückgehen auf die Ursprünge maßgebend erscheint. Da im vorliegenden die großen Forscher behandelt werden sollten, mußte aber gerade Letzteres die Hauptsache sein; auch kam es darauf an, aus der Gesamtkenntnis von der Natur diejenigen Kenntnisse abzusondern, die im Weltbild des Naturforschers wesentlich sind oder die für die Entwickelung dieses Weltbildes wesentlich waren, mit Beiseitelassung der großen Fülle zwar nicht unnützlicher, aber doch eben in dieser Hinsicht entbehrlich gewesener Einzelkenntnisse. Denn als großer Naturforscher ist doch nur derjenige zu bezeichnen, der ganz Neues, für die Erkenntnis der Natur, für das Weltbild und die Stellung des Menschen in der Natur Wesentliches oder wesentlich Gewordenes beigebracht hat. Das Vorliegende bietet Gelegenheit, die Probe darauf zu machen, daß trotz der Einschränkung in der Zahl der namhaft gemachten Forscher doch keiner fehlt, der für den Ursprung irgendwelcher solcher Hauptkenntnis wesentlich gewesen wäre. Denn es findet sich bei jedem der Forscher alle ihm zu dankende neue Erkenntnis behandelt, oder doch erwähnt, und es kommt dabei trotz der geringen Zahl von Namen doch die gesamte weltanschaulich wesentliche Naturerkenntnis zur Sprache, so daß man hier ebensowohl eine in historischer Folge fortlaufende Darlegung der Entwickelung dieser Naturerkenntnis findet, als auch die Lebensschilderungen der Forscher, denen die Kenntnis im wesentlichen zu danken ist.'' ''Die Namen der hervortretendsten großen Forscher, um welche die ganze Darstellung gruppiert ist, geordnet nach der Zeitfolge und nach der Zusammengehörigkeit ihrer Hauptleistungen, sind im vorangestellten Inhaltsverzeichnis zu sehen; sie sind ausgewählt nach der Ursprünglichkeit und der allgemeinen Wichtigkeit ihrer Leistungen, nach der Größe der inneren und äußeren Schwierigkeiten, welche sie den Umständen der Zeit nach zu überwinden hatten und schließlich auch nach den aus dem allgemeinen Charakter der Persönlichkeit zu erkennenden Zeichen geistiger Größe. Wichtige Arbeiten einiger anderer Forscher oder an der Forschung Beteiligter werden anschließend betrachtet; das vollständige Namen-Verzeichnis findet sich alphabetisch am Schluß.'' ``Einer besonderen Bemerkung bedarf die zeitliche Begrenzung des Stoffes in bezug auf Erstreckung in die Gegenwart hinein. Daß lebende Forscher außer Betracht blieben, ist selbstverständlich; aber auch darüber hinaus mußte noch einiger Zeit-Abstand eingehalten werden, wenn es gelingen sollte, eine Reihe so gut wie möglich gleichmäßig betrachteter Forscher hinzustellen. Ich hatte mir vorgenommen, den großen Krieg als zeitliche Grenze gelten zu lassen, so daß kein Forscher genannt würde, der den Krieg überlebt hat. Dies zeigte sich auch gut durchführbar, ohne den behandelten Stoff zeitlich zu begrenzen und die neuere Entwickelung der Kenntnis ganz auszuschalten. Es konnte diese Fortentwicklung -ganz entsprechend ihrem Ursprung -- im Anschluß an die Arbeiten der jüngsten noch betrachteten Forscher so weit genügend berührt werden, daß doch von der Gesamtheit der gesicherten Naturerkenntnis kein sehr wesentlicher Teil fehlt. Zwei Ausnahmen waren allerdings bezüglich der Zeitgrenze zu machen: Van der Waals und Crookes, deren Todesjahr infolge des ausnahmsweise hohen Alters, das sie erreichten, nach Kriegsende fällt, durften doch nicht wegbleiben, da sie zur selben Zeit arbeiteten, wie die übrigen, nahe gleichalterigen, ganz in die Zeitgrenze fallenden Forscher.'' Inhaltsverzeichnis: Vorwort und Einleitung. Pythagoras 570-496 v. Chr. Euklid 330-280 v. Chr. Archimedes 287-212 v. Chr. Hipparch 160-125 v. Chr. Die tote Zeit. Leonardo da Vinci 1452-1519. Kopernikus 1473-1543. Tycho Brahe 1546-1601. Stevin 1548-1620. Galilei 1564-1642. Kepler 1571-1630. Toricelli und Pascal 1608-1647, 1623-1662. Snell und Des Cartes 1591-1626, 1596-1650. Guericke 1602-1686. Mariotte und Boyle 1620-1682, 1627-1691. Roemer 1644-1710. Huygens 1629-1693. Newton 1643-1727. Leibniz und Papin 1646-1716, 1647-1712. Bradley 1692-1762. Black und Watt 1728-1799, 1736-1819. Scheele, Priestley, Cavendish 1742-1786, 1733-1804, 1731-1810. Coulomb 1736-1806 und seine Vorgänger. Galvani und Volta 1737-1789, 1745-1827. Rumford 1753-1814. Klaproth und Dalton 1743-1817, 1766-1844. Gay-Lussac und Humboldt 1778-1850, 1769-1859. Davy und Berzelius 1778-1829, 1779-1848. Young, Fraunhofer und Fresnel 1773-1829, 1787-1826, 1788-1827. Örsted 1777-1851. Laplace, Ampère 1749-1827, 1775-1836. Carnot 1796-1832. Ohm 1789-1854. Gauß 1777-1855. Faraday 1791-1867. Weber 1804-1890. Mayer, Joule, Helmholtz 1814-1878, 1818-1889, 1821-1894. Clausius und Thomson 1822-1888, 1824-1907. Darwin 1809-1882. Bunsen und Kirchhoff 1811-1899, 1824-1887. Maxwell 1831-1879. Hittorf und Crookes 1824-1914, 1832-1919. Stefan und Boltzmann 1835-1893, 1844-1906. Hertz 1857-1894. Hasenöhrl 1874-1915. Namenverzeichnis. Verzeichnis der behandelten Gegenstände. Besprechungen: Nature 125 (1930), 812. B. Bauch; Blätter f. Deutsche Philosophie 4 (1930), 402-403. E. J. Dijksterhuis; Euclides 7 (1930), 191-192. M. v. Laue; Naturwissenschaften 17 (1929), 446. H. Schimank; Archív f. Geschichte 12 (1929), 108-109. M. Speter, A. Mieli; Archeion 11 (1929), 400-401.
0 references