Über Äther und Uräther. 2. Auflage. (Q1462336)
From MaRDI portal
| This is the item page for this Wikibase entity, intended for internal use and editing purposes. Please use this page instead for the normal view: Über Äther und Uräther. 2. Auflage. |
scientific article; zbMATH DE number 2604871
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Über Äther und Uräther. 2. Auflage. |
scientific article; zbMATH DE number 2604871 |
Statements
Über Äther und Uräther. 2. Auflage. (English)
0 references
1922
0 references
Der Verf., unter den deutschen Gelehrten wohl der prominenteste Gegner der Relativitätstheorie, der als -- experimenteller -- Physiker großes Ansehen genießt, richtet in der vorl. 2. Auflage seiner Schrift ein ``Mahnwort an deutsche Naturforscher'', worin er es fertigbekommt, die Rassenzugehörigkeit seiner Gegner in eine an sich rein wissenschaftliche Diskussion hineinzuziehen. Lenard stellt dem ``Hypothesenhaufen'' Einsteins ein eigenes System von physikalischen Hypothesen gegenüber, das die Erscheinungen erklären soll, zu deren widerspruchsfreier Darstellung die Relativitätstheorie ersonnen worden ist, also in erster Linie die Aberration und den Michelsonschen Versuch. Wir heben nur den Kernpunkt hervor. Dieser liegt in der Annahme zweier Ätherarten, von denen die erste, der gewöhnliche Äther, im wesentlichen von der ponderablen Materie mitgeführt wird, während die zweite, der Uräther ``diejenige Relativbewegung zur Erdkugel hat, welche man -- mit entgegengesetzter Richtung -- auch als Absolutbewegung der letzteren bezeichnen kann.'' (S. 25.) Ein Lichtquant soll nun zunächst nach der Emission gegenüber dem Äther des emittierenden Körpers Lichtgeschwindigkeit besitzen. Diese soll aber allmählich in ``absolute Lichtgeschwindigkeit'', also in solche gegen den Uräther übergehen. Diese Änderung bezieht sich jedoch nicht auf Geschwindigkeitskomponenten senkrecht zur Emissionsrichtung, diese Komponenten sollen unverändert bleiben. Die absolute Lichtgeschwindigkeit soll das Lichtquant auch beibehalten, wenn es in den Äther eines anderen materiellen Körpers eintritt. Uns scheint, daß die Zumutungen, die eine solche Hypothese an unser Vorstellungsvermögen stellt, zum mindesten nicht geringer sind als bei der Relativitätstheorie. Leider unterläßt es der Verf., die Differentialgleichung für die beschriebene Bewegung eines Lichtquants aufzustellen. Dadurch wird eine einwandfreie Nachprüfung unmöglich gemacht. Unter diesen Umständen können wir es uns ersparen, die zahlreichen Hilfshypothesen zu besprechen, die Lenard für nötig hält. Auch die ziemlich naiven kritischen Bemerkungen gegen die Relativitätstheorie bedürfen keiner Widerlegung.
0 references