Über die gegenwärtige Krisis der Mechanik. (Q1464690)
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scientific article; zbMATH DE number 2603173
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Über die gegenwärtige Krisis der Mechanik. |
scientific article; zbMATH DE number 2603173 |
Statements
Über die gegenwärtige Krisis der Mechanik. (English)
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1921
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In der Wiedergabe des auf der Jahresversammlung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung gehaltenen Vortrages legt der Verf. dar, daß die klassische Mechanik, ganz abgesehen von den Änderungen oder Ergänzungen, zu denen die Relativitätstheorie führt, auch in praktisch wichtigen Fällen der Bewegung sichtbarer Massen zu versagen scheint. So sind beispielsweise alle Versuche, die turbulente Flüssigkeitsbewegung auf Grund der hydrodynamischen Theorie zu erklären, bisher gescheitert. Es liegt nur \textit{scheinbar} anders in der Mechanik der festen deformierbaren Körper, wo allerdings die Elastizitätstheorie den Vorgängen größeren Maßstabs gerecht wird, aber den mikroskopisch noch erkennbaren Vorgängen der Verlagerung und Verfestigung ebenso gegenübersteht wie der Turbulenz. Nach Ansicht des Verf. finden diese mechanischen Probleme ihren einfachsten und deutlichsten Ausdruck in der Erscheinung des sogenannten Galtonschen Brettes. Hier erhält man aus den Gesetzen der klassischen Mechanik keinerlei Aufschluß über das Verhalten der einzelnen Kugeln oder ihrer Gesamtheit; dagegen liefern Überlegungen, die der Wahrscheinlichkeitstheorie entstammen, ein Ergebnis, das mit der Erfahrung außerordentlich gut übereinstimmt. So hält es der Verf. für unabweisbar, den bisher allgemein aufrechterhaltenen Anspruch der deterministischen Mechanik (oder Physik überhaupt), die sich das Ziel setzt, alle Erscheinungen kausal zu erklären, aufzugeben und in ganz bestimmten Fällen, wie z. B. bei der Turbulenz, eine rein statistische Theorie aufzubauen.
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