Neue Bahnen der physikalischen Erkenntnis. Rede, gehalten beim Antritt des Rektorats der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin am 15. Oktober 1913. (Q1472461)
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scientific article; zbMATH DE number 2615124
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Neue Bahnen der physikalischen Erkenntnis. Rede, gehalten beim Antritt des Rektorats der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin am 15. Oktober 1913. |
scientific article; zbMATH DE number 2615124 |
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Neue Bahnen der physikalischen Erkenntnis. Rede, gehalten beim Antritt des Rektorats der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin am 15. Oktober 1913. (English)
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1914
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In allen Konflikten der neueren Zeit haben die großen allgemeinen physikalischen Prinzipien: das Prinzip von der Erhaltung der Energie, von der Erhaltung der Bewegungsgröße, der kleinsten Wirkung, die Hauptsätze der Thermodynamik ausnahmslos das Feld behauptet. Die im Kampfte unterlegenen Sätze sind solche, die bisher zwar allen theoretischen Entwicklungen als scheinbar sichere Ausgangspunkte dienten, aber nur deshalb, weil sie als so selbstverständlich angesehen wurde, daß man sie bsonders zu erwähnen nicht für nötig fand. Die neueste Entwicklung der Physik erhält ihr Gepräge durch den Sieg der großen physikalischen Prinzipien über gewisse tief eingewurzelte, aber doch nur gewohntheitsmäßige Annahmen und Vorstellungen. Dies wird an drei solchen Sätzen beleuchtet: denen von der Unveränderlichkeit der chemischen Atome, der gegenseitigen Unabhängigkeit von Raum und Zeit, der Stetigkeit aller dynamischen Wirkungen, die der Reihe nach durch die Ergebnisse der Radiumforschung, durch die Relativitätstheorie, durch die Quantentheorie als unhaltbar erwiesen sind. Indessen ganz ohne unbeweisbare Hypothesen, ganz ohne Weltanschauung kann man selbst in der exaktesten aller Naturwissenschaften nicht vorwärts kommen. Auch für die Physik gilt der Satz, daß man nicht selig wird ohne den Glauben, zum mindesten den Glauben an eine gewisse Realität außer uns. \dots Freilich der Glaube allein tut's nicht, er muß beständig an der Hand der Denkgesetze und der Mechanik nachgeprüft werden.
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