Das Prinzip der kleinsten Wirkung. Die Kultur der Gegenwart, hrsgb. von \textit{P. Hinneberg}. Dritter Teil, dritte Abteilung, erster Band: Physik, unter Redaktion von \textit{E. Warburg}. (Q1475094)

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scientific article; zbMATH DE number 2618192
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Das Prinzip der kleinsten Wirkung. Die Kultur der Gegenwart, hrsgb. von \textit{P. Hinneberg}. Dritter Teil, dritte Abteilung, erster Band: Physik, unter Redaktion von \textit{E. Warburg}.
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    Das Prinzip der kleinsten Wirkung. Die Kultur der Gegenwart, hrsgb. von \textit{P. Hinneberg}. Dritter Teil, dritte Abteilung, erster Band: Physik, unter Redaktion von \textit{E. Warburg}. (English)
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    1915
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    Solange es eine physikalische Wissenschaft gibt, hat ihr als höchstes Ziel die Lösung der Aufgabe vorgeschwebt, alle beobachteten und noch zu beobachtenden Naturerscheinungen in ein einziges Prinzip zusammenzufassen, welches gestattet, sowohl die vergangenen, als auch besonders die zukünftigen Vorgänge aus den gegenwärtigen zu berechnen. Unter den mehr oder weniger allgemeinen Gesetzen, welche die Errungenschaften der physikalischen Wissenschaft in der Entwicklung der letzten Jahrhunderte bezeichnen, ist gegenwärtig das Prinzip der kleinsten Wirkung (Aktion) wohl dasjenige, welches nach Form und Inhalt den Anspruch erheben darf, jenem idealen Endziel der theoretischen Forschung am nächsten zu kommen. Das Prinzip von der Erhaltung der Energie läßt sich aus dem Prinzip der kleinsten Wirkung ableiten, es ist also in ihm mitenthalten, während das Umgekehrte nicht zutrifft. Der Grund für die verschiedene Tragweite in beiden Prinzipien liegt darin, daß\ das Prinzip der Erhaltung der Energie, auf einen bestimmten Fall angewendet, nur eine einzige Gleichung liefert, das Prinzip der kleinsten Wirkung aber, als Variationsprinzip; liefert in jedem Falle gerade ebensoviel Gleichungen, wie unabhängige Konstanten vorhanden sind. Nach Ausführung dieser Gedanken in der Einleitung wird die Fassung des Prinzips erörtert und seine Geschichte von \textit{Leibniz} an bis in die Gegenwart verfolgt, wobei natürlich die berühmte Arbeit von \textit{Helmholtz} gebührend hervorgehoben wird. Nicht zweifelhaft ist nach allen bisherigen Ergebnissen, daß\ das Prinzip der kleinsten Wirkung seine Anwendbarkeit und Fruchtbarkeit gerade auf dem Gebiete der außermechanischen Physik, namentlich der Elektrodynamik des reinen Vakuums, voll bewährt. Den glänzendsten Erfolg hat es errungen, als sich zeigte, daß\ es sogar in der modernen \textit{Einstein}schen Theorie der Relativität unter allen physikalischen Gesetzen die höchste Stelle einzunehmen geeignet ist. Über den beiden Prinzipien der Erhaltung der Energie und der Erhaltung der Bewegungslehre thront, sie gemeinsam umfassend, das Prinzip der kleinsten Wirkung, welches somit alle reversiblen Vorgänge der Natur zu berherrschen scheint. Für die Irreversibilität liefert es keine Erklärung.
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