Dynamik der Kristallgitter. (Q1475251)
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scientific article; zbMATH DE number 2618395
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Dynamik der Kristallgitter. |
scientific article; zbMATH DE number 2618395 |
Statements
Dynamik der Kristallgitter. (English)
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1915
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Die Untersuchungen über Kristalle bei der Vorstellung einer gitterartigen Struktur derselben sind nach den Entdeckungen \textit{v. Laues} und der beiden \textit{Bragg} als besonders aktuell willkommen gewesen. Der Verf. hatte sich schon früher erfolgreich mit solchen Fragen beschäftigt; es sei hier im besonderen auf seine gemeinsam mit \textit{v. Kármán} veröffentlichten Arbeiten über die Abhängigkeit der spezifischen Wärmen von der Temperatur hingewiesen, in denen die \textit{Einstein}schen Formeln durch Berücksichtigung der Koppelungen zwischen den Atomen gitterartig gedachter Kristalle verbessert werden. Die Aufgaben, welche sich der Verf. in dem vorliegenden Werke gestellt hat, sind sehr allgemeiner Natur, und jedes einzelne der Probleme, welche hier behandelt sind, wird sicherlich in der Zukunft, wenn wir weiter in die Natur der Kristalle eingedrungen sein werden, zu bändefüllenden Untersuchungen Anlaß\ geben, im besonderen die Elastizitätstheorie der Kristalle, die Kristalloptik, die Theorie der elektrischen Konstanten und die Theorie der Wärmekonstanten der Kristalle. Wenn auch dem Verf. bei der Behandlung der Elastizitätstheorie das Ideal vorschwebt, alle Kräfte zwischen den einzelnen Partikeln elektrodynamisch aufzufassen, ist er doch -- man darf sagen, glücklicherweise -- in der Ausführung nicht so weit gegangen, und er hat sich im wesentlichen auf die Annahme von Zentralfäften zwischen den einzelnen Partikeln beschränkt, so daß\ die von dem Verf. geleistete ausgezeichnete Pionierarbeit auch denjenigen Theoretikern nützlich sein wird, welche sich nicht auf den rein elektrodynamischen Standpunkt stellen und für die Kräfte zwischen den einzelnen Partikeln andere Möglichkeiten offen lassen wollen. Daß\ bei der Behandlung der Kristalloptik eine ``Elektrodynamik der Raumgitter'' hinzutreten muß, ist selbstverständlich, und so ergab sich ganz naturgemäß\ die Scheidung des Werkes in die beiden Hauptteile: I. Die Mechanik der Kristallgitter und II. die Elektrodynamik der Kristallgitter. Daß\ viele Untersuchungen nur vorbereitender Natur sind, ist schon mit Rücksicht auf den nicht sehr großen (äußeren) Umfang des Werkes zu erwarten gewesen; die Konvergenzuntersuchungen bei den Anwendungen der Methode der sukzessiven Näherungen werden bei dem weiteren Eindringen in den gewaltigen hier zu verarbeitenden Stoff noch manche Schwierigkeiten mit sich bringen, ja wahrscheinlich manche hier ausgesprochene Vermutung modifizieren. Die Anwendung auf spezielle Probleme, im besonderen zunächst die Anwendung der optischen Untersuchungen auf reguläre Kristalle bzw. auf die nächst einfachen Systeme wird einmal außerordentlich lehrreich sein. Erhalten wir neue, mit der Erfahrung übereinstimmende Relationen zwischen physikalischen Konstanten, so wird dies ermutigen, auf dem eingeschlagenen Wege rüstig vorwärts zu gehen; ergeben sich Schwierigkeiten, so wird man nach den Ursachen zu suchen haben, die Voraussetzungen revidieren, und man sieht, der Verf. ist auf der glücklichen Bahn, welche in sicherer Weise dem Fortschritt zustrebt. Das Werk wird von niemandem gern entbehrt werden, welcher sich mit ähnlichen Fragen beschäftigt.
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