\textit{Aristarchus} of Samos: The ancient \textit{Copernicus}. A history of Greek astronomy to \textit{Aristarchus} with \textit{Aristarchus}'s treatise on the sizes and distances of the Sun and Moon. A new Greek text with translation and notes. (Q1475842)

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scientific article; zbMATH DE number 2620102
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English
\textit{Aristarchus} of Samos: The ancient \textit{Copernicus}. A history of Greek astronomy to \textit{Aristarchus} with \textit{Aristarchus}'s treatise on the sizes and distances of the Sun and Moon. A new Greek text with translation and notes.
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    \textit{Aristarchus} of Samos: The ancient \textit{Copernicus}. A history of Greek astronomy to \textit{Aristarchus} with \textit{Aristarchus}'s treatise on the sizes and distances of the Sun and Moon. A new Greek text with translation and notes. (English)
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    1913
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    \textit{Archimedes} sagt deutlich in seinem ``Psammites'' oder ``Sandrechner'', daß \textit{Aristarchus} der Erste war, der den scheinbaren Durchmesser der Sonne zu 1/720 des vollständigen Kreises bestimmte, den sie bei ihrem täglichen Umlauf beschreibt, oder mit andern Worten, daß der Winkel, unter dem ihr Durchmesser erscheint, ein halber Grad ist, was der Wahrheit sehr nahe kommt. Der Unterschied läßt vermuten, daß die Schrift von \textit{Aristarchus}, die wir besitzen, ein frühes Werk war; doch war es noch notwendig, die Geschichte der griechischen Astronomie nach Schätzungen älterer Astronomen zu durchforschen, die in Betracht kommen könnten, in der Absicht, dem Ursprung der Zahl \(2^\circ\) möglichst nachzuspüren. Diese Schrift enthält nicht irgendeine Andeutung von einer andern Ansicht des Weltalls als der geozentrischen; \textit{Archimedes} aber berichtet uns, daß \textit{Aristarchus} ein Buch der Hypothesen geschrieben hat, deren eine besagte, die Sonne und die Fixsterne bleiben unbewegt, die Erde rollt um die Sonne in dem Umfange eines Kreises. Nun war \textit{Archimedes} ein jüngerer Zeitgenosse von \textit{Aristarchus}; er muß das in Rede stehende Buch der Hypothesen gesehen haben, und wir könnten keine bessere Beweisurkunde dafür haben, daß dem \textit{Aristarchus} die erste Fassung der Hypothese von \textit{Copernicus} zuzuschreiben ist. Die Angelegenheit hätte dabei sein Bewenden haben können, wenn nicht \textit{Schiaparelli} 1898 behauptet hätte, daß trotz alledem nicht \textit{Aristarchus}, sondern \textit{Heraklides} von Pontus zuerst die heliozentrische Hypothese aufgestellt habe. \textit{Schiaparelli}, dessen beide Schriften: ``Le sfere omocentriche di \textit{Eudosso}, di \textit{Callippo} e di \textit{Aristotele}'' und ``I precursori di \textit{Copernico} nell' antichità'' klassisch sind, zeigte in der letzteren, daß \textit{Heraklides} entdeckte: die Planeten Venus und Merkur wälzen sich um die Sonne wie Trabanten; ebenso auch fand er, die Erde dreht sich um ihre eigene Achse in etwa 24 Stunden. In seiner letzten Schrift vom Jahre 1898 (Origine del sistema planetario eliocentrico presse i Greci) ging \textit{Schiaparelli} noch weiter und meinte, \textit{Heraklides} müsse zu demselben Schluß in bezug auf die oberen Planeten gelangt sein, wie bei Venus und Merkur, und würde also dafür gehalten haben, daß alle in gleicher Weise sich um die Sonne wälzen, während die Sonne mit den in ihren Bahnen sich bewegenden Planeten wirklich die Erde als Mittelpunkt in einem Jahre umkreisen; mit andern Worten: nach \textit{Schiaparelli} war \textit{Heraklides} wahrscheinlich der Erfinder des Systems, welches als das von \textit{Tycho Brahe} bekannt ist; oder er kannte es und nahm es an, wenn es von einem Zeitgenossen erfunden war und nicht von ihm selbst. Soweit kann zugestanden werden, daß \textit{Schiaparelli} einen annehmbaren Fall ausgegrübelt hatte; wenn er aber in derselben Schrift weitergeht und \textit{Heraklides} zutraut, dieser habe auch die Hypothese von \textit{Copernicus} ins Dasein gerufen, so betritt er damit einen viel unsichereren Boden. Immerhin war es klar, daß seine Beweisgründe die sorgfältigste Beachtung verdienen, und dies nötigte wiederum zu einer Nachforschung in der früheren Geschichte der griechischen Astronomie, damit jeder Schritt in dem Vordringen bis zur wirklichen Kopernikanischen Theorie aufgespürt werde. Die Ersten, die ein anderes Zentrum an Stelle der Erde in dem Himmelssystem setzten, waren die Pythagoreer, die die Erde ebenso wie Sonne, Mond und Planeten um ein Zentralfeuer laufen ließen; und als die Forschung von \textit{Heath} über den Gegenstand erst so weit zurückgegangen war, meinte er, die passendste Einleitung zu \textit{Aristarchus} würde eine Skizze der ganzen Geschichte der griechischen Astronomie bis zu seiner Zeit sein. Was den neuesten Anspruch betrifft, den \textit{Schiaparelli} zugunsten des \textit{Heraklides} von Pontus erhebt, so hat \textit{Heath}, wie er hofft, gezeigt, daß der Fall nicht erwiesen ist und noch immer kein Grund vorliegt, das einstimmige Zeugnis des Altertums anzuzweifeln, daß \textit{Aristarchus} der wirkliche Urheber der Kopernikanischen Hypothese ist. Abgesehen von dem astronomischen Inhalt ist die Schrift des \textit{Aristarchus} ``Über die Größen und Entfernungen von Sonne und Mond'' von größtem Interesse wegen ihrer Geometrie. Durchaus klassisch nach Form und Sprache, wie sich dies für die Periode zwischen \textit{Euklides} und \textit{Archimedes} von selbst versteht, ist sie die erste vorhandene Probe reiner Geometrie, angewandt auf eine trigonometrische Sache, und ist in dieser Hinsicht eine Art Vorläufer der Kreismessung von \textit{Archimedes}. Die Gelegenheit ist benutzt worden, einen neuen griechischen Text der Schrift einzufügen; dies war nötig, weil die vorhandenen Texte nicht leicht beschaffbar sind und sich außerdem nicht auf die besten Handschriften gründen. Das beste Manuskript bildet einen Teil des schönen Codex Vaticanus Graecus 204 aus dem 10. Jahrhundert. Auf einer Photographie dieses Manuskripts (natürlich mit den vorhandenen Texten verglichen) beruht der hier dargebotene durchgesehene Text. Inhalt: Teil I. Die griechische Astronomie bis auf \textit{Aristarchus} von Samos. Quellen der Geschichte, Homer und Hesiod. Thales. Anaximander. Anaximenes. Pythagoras. Xenophanes. Heraklitus. Parmenides. Anaxagoras. Empedokles. Die Pythagoreer. Die Atomisten: Leukippus und Demokritus. Oenopides. Plato. Die Theorie der konzentrischen Sphären. Eudoxus, Kallippus and Aristoteles. Aristoteles (Fortsetzung). Heraklides aus Pontus. Griechische Monate, Jahre, Zyklen. Teil II. \textit{Aristarchus} über die Größen und Entfernungen von Sonne und Mond. \textit{Aristarchus} von Samos. Die Abhandlung über Größen und Entfernungen, Geschichte des Textes und der Ausgaben. Inhalt und Abhandlung. Spätere Verbesserungen an den Rechnungen von \textit{Aristarchus}. Griechischer Text Übersetzung und Noten. Register.
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