Die Wandlungen der Mechanik und die mechanische Naturerklärung. Autorisierte Übersetzung von \textit{Ph. Frank} unter Mitwirkung von \textit{Emma Stiasny}. (Q1480507)
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scientific article; zbMATH DE number 2626930
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Die Wandlungen der Mechanik und die mechanische Naturerklärung. Autorisierte Übersetzung von \textit{Ph. Frank} unter Mitwirkung von \textit{Emma Stiasny}. |
scientific article; zbMATH DE number 2626930 |
Statements
Die Wandlungen der Mechanik und die mechanische Naturerklärung. Autorisierte Übersetzung von \textit{Ph. Frank} unter Mitwirkung von \textit{Emma Stiasny}. (English)
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1912
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``Im ersten Teil des vorliegenden Buches erzählt uns \textit{Duhem} das Leben und die Taten der mechanistischen Theorien. Er führt uns durch die in stetem Wirbel wechselnden Vorstellungen der Forscher, von den Wirbeln \textit{Descartes}' bis zu denen Lord \textit{Kelvins}. Wir begleiten die mechanistische Theorie durch die Tage ihrer stolzen Siege unter \textit{Huygens, Newton, Laplace, Poisson}, bis sie sich endlich unter der Führung erfahrener und scharfsinniger Feldherren, eines \textit{Maxwell, Boltzmann, Gibbs} und anderer in eine befestigte Stellung als ``Dynamische Illustration'', als Sammlung von mechanischen Modellen zurückzieht. In dieser noch heute herrschenden Auffassung sieht \textit{Duhem} mit Recht einen Verzicht auf den Anspruch, eine wirkliche Theorie der physikalischen Erscheinungen zu sein, da ja das Wesentlichste, der logische Aufbau, fehlt. Auf die ``mechanischen Erklärungen'' folgen als zweiter Teil die ``thermodynamischen Theorien''. Die ganze Physik will \textit{Duhem} nach dem Muster der allgemeinen Thermodynamik aufbauen, ein Gedanke, der ja auch in Deutschland schon längst von den Energetikern \textit{Ostwald} und \textit{Helm} vertreten wird, aber nirgends in so exakter Form zur Durchführung gelangt ist, wie in den zahlreichen Schriften \textit{Duhem}s, am gründlichsten in seinem 1911 erschienenen ``Traité d'énergétique'' (F. d. M. 42, 847 (JFM 42.0847.*)). Das vorliegende Buch ist in seinem zweiten Teile eine Art Einleitung in die wesentlichen Gedanken von \textit{Duhem}s energetischen Schriften, die in Deutschland noch lange nicht nach Gebühr gelesen werden \dots. Die thermodynamische Theorie stellt die letzte Wandlung der Mechanik dar. Es wird nicht mehr versucht, Wärme, Elektrizität und Licht auf Bewegung zurückzuführen, sondern die \textit{Lagrange}schen Gleichungen der Mechanik werden wohl beibehalten, aber außer den generalisierten Veränderlichen, die räumliche Beziehungen ausdrücken, auch Temperaturen, elektrische Ladungen, u. a. als Veränderliche eingeführt. So gelangt \textit{Duhem} zu einer verallgemeinerten Mechanik.'' Diesen Stellen aus dem Vorwort des Übersetzers, die den Inhalt des geistvollen Buches kennzeichnen, lassen wir aus dem Schlußwort des Verf. den letzten Absatz folgen: ``Das Wachstum der Mechanik ist im eigentlichen Sinne des Wortes eine Entwicklung; jedes Stadium dieser Entwicklung ist die natürliche Folge der vorhergehenden Stadien; es geht schwanger von den Stadien, die ihm folgen sollen. Die Erwägung dieses Gesetzes muß der Trost für den Theoretiker sein. Es wäre sehr anmaßend, sich einzubilden, daß das System, an dessen Vollendung er arbeitet, dem Schicksal der Systeme, die ihm vorangingen, entgehen werde, und es verdienen wird, länger zu dauern als sie. Aber er hat ohne alle eitle Überhebung das Recht, daran zu glauben, daß sein Streben nicht unfruchtbar bleibt. Die Jahrhunderte hindurch werden die Ideen, die er gesät und zum Keimen gebracht hat, fortfahren zu wachsen und Früchte zu tragen.''
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