Zur Theorie der Elektronen in Metallen. (Q1487852)

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scientific article; zbMATH DE number 2635502
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English
Zur Theorie der Elektronen in Metallen.
scientific article; zbMATH DE number 2635502

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    Zur Theorie der Elektronen in Metallen. (English)
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    1910
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    Eine Begründung für die Anwendung des \textit{Maxwell}schen Verteilungsgesetzes auch im vorstehenden Problem hat bekanntlich \textit{Boltzmann} aus dem Begriff der Wahrscheinlichkeit eines Zustandes im Zusammenhange mit der Entropie abgeleitet. Während aber \textit{Boltzmann} den Überlegungen einen bestimmten Körper zugrunde legt und die ``Unordnung'' des Systems durch die Anzahl der Kombinationen mißt, die ein bestimmtes, noch unbekanntes Verteilungsgesetz reproduzieren können, betrachtet Verf. in Anlehnung an \textit{Gibbs} die verschiedenen Zustände, die ein Körper im Laufe der Zeit annimmt, und die bei dieser Betrachtung nicht wie oben durch die Bedingung konstanter Energie beschränkt sind. Die Energie soll vielmehr im Ausgleich mit der Umgebung des Systems nur um einen gewissen Mittelwert oszillieren. Das Resultat ist infolgedessen allgemeiner. Man braucht die speziellen Eigenschaften der Moleküle erst zu berücksichtigen, wenn man, wie im weiteren, nach der speziellen Verteilungsfunktion im \textit{Maxwell}schen Sinne fragt. Aus den Betrachtungen folgt auch der Satz, wonach bei bestimmten Annahmen über die Molekularstruktur eines Körpers seine freie Energie, die in dieser Betrachtung an Stelle der Entropie treten kann, ohne weiteres sich berechnenläßt. (Bei \textit{Gibbs} implizit vorhanden.) Die Elektronen werden als geladene Massenpunkte behandelt. Ihre Ladung bewirkt Anziehung auf die Molekülreste und zusammen mit der Wärmebewegung Dissoziation. Hieraus werden die für das Dissoziationsgleichgewicht gültigen Formeln abgeleitet. Bei Berechnung der Verteilung der Elektronen innerhalb und außerhalb eines Metalles im Gleichgewichtszustand wird als Wirkung der Oberfläche nur eine Zurückhaltung der Elektronen durch ihre Aufladung angenommen. Das Resultat steht in nahem Zusammenhange mit dem von \textit{Richardson} beobachteten Effekt. Aus diesem folgt aber wieder ein gewisser \textit{Volta}effekt im Vakuum, der durch jenen bedingt erscheint, ohne daß der Verf. über das tatsächliche Vorhandensein ein Urteil fällen will. Wärmeleitung und Elektrizitätsleitung ergeben sich in Übereinstimmung mit \textit{Lorentz.} Dessen Formel erscheint wahrscheinlicher als die \textit{Drude}sche, weil ein Teil der Wärmeleitung auch ohne Mitwirkung der Elektronen stattfinde, das aus letzterer berechnete Resultat gegenüber der Beobachtung also immer kleiner sein müsse. In betreff der Berechnung der Temperaturkoeffizienten werden nur einige Andeutungen gegeben.
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