Zwei Abhandlungen über die Grundgleichungen der Elektrodynamik. Mit einem Einführungswort von \textit{O. Blumenthal}. (Q1487871)

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scientific article; zbMATH DE number 2635519
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English
Zwei Abhandlungen über die Grundgleichungen der Elektrodynamik. Mit einem Einführungswort von \textit{O. Blumenthal}.
scientific article; zbMATH DE number 2635519

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    Zwei Abhandlungen über die Grundgleichungen der Elektrodynamik. Mit einem Einführungswort von \textit{O. Blumenthal}. (English)
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    1910
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    (Siehe JFM 41.0948.03, JFM 41.0948.04) Die erste Abhandlung ist abgedruckt aus Gött. Nachr. 1908 (F. d. M. 39, 909, 1908, JFM 39.0909.02). Über die Entstehung der zweiten berichtet der Verf. wie folgt: ``Als mir von \textit{Hilbert} die auf die Elektrodynamik bezüglichen Papiere \textit{Minkowski}s anvertraut wurden, habe ich sogleich gesucht, ob darin auf den genannten Gegenstand bezügliche Aufzeichnungen vorhanden seien. Ich konnte aber nur wenige Anhaltspunkte finden; denn diese über hundert eng mit Formeln bedeckten Blätter enthalten kein Wort des Textes oder der Erklärung der gebrauchten Zeichen. Erst als es mir gelungen war, die \textit{Minkowski}schen Ideen gemäß seinen mündlichen Mitteilungen zu rekonstruieren, habe ich in seinen Aufzeichnungen Stellen gefunden, die mit den von mir gewonnenen Formeln identisch zu sein scheinen.'' Es handelt sich um eine Ableitung der Grundgleichungen für die elektromagnetischen Vorgänge in bewegten Körpern, die sich nahe an den von \textit{H. A. Lorentz} eingeschlagenen Weg anschließt (Enzyklop. d. math. Wissensch. V 2, S. 200). Indem \textit{Lorentz} die Mittelwerte der Anteile des Konvektionsstromes, die von den drei Arten der Elektronen herrühren, in geeigneter Weise umformt, gelangt er zu seinen Grundgleichungen für die elektromagnetischen Vorgänge in den materiellen Körpern. Wie \textit{Minkowski} in dem ersten Aufsatze gezeigt hat, sind diese Gleichungen für bewegte Körper nicht mit dem Relativitätspostulat vereinbar; die Gleichungen, die \textit{Lorentz} speziell für nicht magnetisierte Körper angibt, sind es nur approximativ. Dies kommt aber nur durch zwei sich kompensierende Widersprüche gegen das Relativitätsprinzip zustande. ``Indem wir uns die Aufgabe stellen, die Grundgleichungen für bewegte Körper allgemein auch unter Zulassung der Magnetisierung aus den Grundgleichungen im Äther abzuleiten, bemerken wir zuerst, daß von der charakteristischen Hypothese der Elektronentheorie, der atomistischen Struktur der Elektrizität, bei der \textit{Lorentz}schen Ableitung nur ein sehr beschränkter Gebrauch gemacht wird; denn durch die Mittelwertbildung über ``physikalisch unendlich kleine'' Bereiche wird diese Struktur vollständig verwischt, und die Mittelwerte, auf die es allein ankommt, werden als stetige Funktionen des Ortes und der Zeit angesehen. Wir verzichten daher überhaupt darauf, auf die feinere Struktur der Elektrizität einzugehen. Von den \textit{Lorentz}schen Vorstellungen benutzen wir nur so viel, daß wir annehmen, die Elektrizität sei ein Kontinuum, das die Materie überall durchdringt, zum Teil sich innerhalb derselben bewegen kann, zum Teil aber an sie gefesselt ist und nur sehr kleine Bewegungen relativ zu ihr ausfüllen kann. Will man näheren Anschluß an \textit{Lorentz} erreichen, so kann man alle im folgenden vorkommenden Größen als jene \textit{Lorentz}schen Mittelwerte ansehen; es ist dann aber hier nicht nötig, sie als solche durch besondere Zeichen von den auf die Elektronen bezogenen Größen zu unterscheiden, weil wir von den letzteren nirgends Gebrauch machen.'' Die entwickelte ``Theorie, die eine Mittelstellung einnimmt zwischen der ursprünglichen, rein phänomenologischen Methode \textit{Minkowski}s und dem bis ins Detail der Elektronenbewegung eindringenden Verfahren von \textit{Lorentz}, scheint einerseits schmiegsam genug zu sein, die mannigfaltigen Eigenarten der Substanzen zum Ausdruck zu bringen; andererseits besitzt sie ein anschauliches Fundament, das ihrer bequemen Handhabung förderlich ist''. Die an dritter Stelle genannte Schrift enthält die beiden Abhandlungen der ersten und zweiten Stelle vereinigt.
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