Die Zentrifugalkraft. Ein Beitrag zur Revision der \textit{Newton}schen Bewegungsgesetze. (Q1490270)
From MaRDI portal
| This is the item page for this Wikibase entity, intended for internal use and editing purposes. Please use this page instead for the normal view: Die Zentrifugalkraft. Ein Beitrag zur Revision der \textit{Newton}schen Bewegungsgesetze. |
scientific article; zbMATH DE number 2638598
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Die Zentrifugalkraft. Ein Beitrag zur Revision der \textit{Newton}schen Bewegungsgesetze. |
scientific article; zbMATH DE number 2638598 |
Statements
Die Zentrifugalkraft. Ein Beitrag zur Revision der \textit{Newton}schen Bewegungsgesetze. (English)
0 references
1909
0 references
Die Schrift gehört zu den ``Abhandlungen zur Didaktik und Philosophie der Naturwissenschaft. Herausgegeben von \textit{F. Poske, A. Höfler, E. Grimsehl}''. Im Vorwort wird der Zweck der Untersuchungen folgendermaßen gekennzeichnet: ``Die vorliegende Abhandlung ist, wie manche ähnliche, in neuerer Zeit veröffentlichte, durch die Not des Unterrichts hervorgerufen. Dem Lehrenden, der um vollkommenste Klarheit der Grundanschauungen und Grundbegriffe bemüht war, stellten sich Schwierigkeiten entgegen, deren Lösung von einem eingehenden Studium der Quellenwerke erwartet werden durfte. Beabsichtigt war lediglich eine historisch-didaktische Studie über die Zentrifugalkraft. Es zeigte sich indessen, daß die Ursache der Unsicherheit über diesen Gegenstand einen tieferen Grund hatte, und es ergab sich die Nötigung, die Grundlehren der Mechanik einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. So ist die Arbeit zugleich ein Beitrag zur Revision der \textit{Newton}schen Bewegungsgesetze geworden.'' Am Schlusse der historisch-kritischen Betrachtungen wird das Ergebnis so ausgesprochen: ``Wir sind jetzt in der Lage, zu übersehen, wie die Verwirrung entstanden ist, die bezüglich der Zentrifugalkraft herrscht. Die Ursache liegt einerseits in der irreführenden \textit{Newton}schen Fassung des Beharrungsgesetzes und des damit zusammenhängenden Kraftbegriffs andererseits aber darin, daß man die sehr verschiedenartigen Erscheinungen um die es sich hier handelt, sämtlich nach einem Schema behandeln zu können meinte. Offenbar aber sind es sehr verschiedene Vorgänge, wenn eine Bleikugel durch eine am Faden ziehende Hand, oder wenn sie durch einen gebogenen Blechstreifen (oder eine Kugelschale) zur krummlinigen Bewegung gebracht wird. Man hat namentlich aber scharf zu unterscheiden, ob auf den rotierenden Körper von der Achse aus eine Kraft ausgeübt wird, oder ob dies nicht der Fall ist; allgemein ausgedrückt, ob bewegende Kräfte oder ob nur Widerstände im Spiel sind. Im ersten Fall erleidet der Körper zentripetale Einwirkungen, im zweiten übt er selbst zentrifugale Wirkungen aus. Die zentrifugalen Wirkungen hat man in einigen Fällen auf einen Trägheitswiderstand des bewegten Körpers, in anderen auf eine Reaktion gegen die nach der Achse hin wirkende Zentripetalkraft, in noch anderen auf eine fingierte Kraft zurückgeführt. Abgesehen davon, ob diese Auffassungen im besonderen Fall zutreffend sind, ist eine erhebliche Verdunkelung des wahren Sachverhalts auch dadurch hervorgerufen worden, daß ein jedes dieser Erklärungsprinzipien als gültig für den ganzen Bereich der zu untersuchenden Vorgänge angesehen wurde. Die Untersuchung hat auch zu der Frage geführt, ob Widerstände mit Recht den Kräften gleichwertig zu setzen sind. Diese Frage ist verneint worden. Wie man aber auch hierüber urteilen mag, unberührt davon bleibt das Resultat, daß die Zentrifugalkraft bei der zwangläufigen Bewegung keine uneigentliche, sondern eine wirkliche Kraft ist, und daß sie nicht als eine Reaktionskraft, sondern nach dem Vorgange \textit{Eulers} als eine aus der Bewegung selbst entspringende Kraft angesehen werden muß. In bezug auf die prinzipiellen Abänderungsvorschläge für die Grundgesetze der Bewegung sei auf Abschnitt III und besonders bezüglich des Gesetzes der Aktion und Reaktion auf Nr. 13 und 14 verwiesen.''
0 references