Lehrbuch der Thermodynamik in ihrer Anwendung auf das Gleichgewicht von Systemen mit gasförmig-flüssigen Phasen nach Vorlesungen von Dr. \textit{J. D. v. d. Waals} bearbeitet von \textit{Dr. Ph. Kohnstamm}. Erster Teil. (Q1493457)
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scientific article; zbMATH DE number 2642518
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Lehrbuch der Thermodynamik in ihrer Anwendung auf das Gleichgewicht von Systemen mit gasförmig-flüssigen Phasen nach Vorlesungen von Dr. \textit{J. D. v. d. Waals} bearbeitet von \textit{Dr. Ph. Kohnstamm}. Erster Teil. |
scientific article; zbMATH DE number 2642518 |
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Lehrbuch der Thermodynamik in ihrer Anwendung auf das Gleichgewicht von Systemen mit gasförmig-flüssigen Phasen nach Vorlesungen von Dr. \textit{J. D. v. d. Waals} bearbeitet von \textit{Dr. Ph. Kohnstamm}. Erster Teil. (English)
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1908
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In diesem ersten Teil erledigt der Verf. die Theorie der einfachen Stoffe, während er in dem zweiten Teil die Theorie der binären Gemische zu behandeln gedenkt. Da die letztgenannte Theorie hauptsächlich von dem Verf. begründet worden ist, verspricht gerade dieser zweite Teil viele originale Untersuchungen zu bringen. Mit dem ersten Teil ist dies selbstverständlich in geringerem Grade der Fall, wenn auch hier der Verf. dadurch seiner Arbeit ein besonderes Gepräge aufdrückt, daß er seiner Zustandsgleichung eine größere Rolle zuerteilt, als das in Lehrbüchern der Thermodynamik, in welchen meistens nur das \textit{Mariotte}sche Gesetz herangezogen wird, gewöhnlich geschieht. Der Verf. betont ausdrücklich, daß rein thermodynamische Betrachtungen nur Beziehungen zwischen thermischen und kalorischen Größen liefern können und nicht imstande sind, diese Größen einzeln bestimmen zu lassen. Dazu müssen auch kinetische Betrachtungen herangezogen werden, in erster Linie die Zustandgleichung, die selbstverständlich kinetischer Natur ist. Aber auch die Zustandsgleichung, zusammen mit den Gleichungen der Thermodynamik, reicht noch nicht aus, die Berechnung sämtlicher Größen zu ermöglichen. Dafür ist noch die Kenntnis der spezifischen Wärme bei unendlichem Volumen als Funktion der Temperatur erforderlich. Der vorliegende Teil ist in vier Abschnitte eingeteilt. Der erste Abschnitt (S. 5-18) behandelt den ersten Hauptsatz, der zweite Abschnitt (S. 19-27) den zweiten Hauptsatz. In diesem Abschnitt, besonders im Kapitel II, das über die Berechnung der kalorischen Größen (die spezifische Wärme bei konstanten Volumen, bei konstantem Druck und längs der Grenzkurve, die innere latente Verdampfungswärme) im homogenen Gebiet handelt, spielt die Zustandsgleichung (bisweilen mit veränderlichem \(a\) und \(b\)) eine große Rolle. Der dritte Abschnitt (S. 102-207) behandelt die \textit{Gibbs}schen thermodynamischen Funktionen (Kap. I) und das Gleichgewichtsprinzip in seinen verschiedenen Formen (Kap. II). Dabei werden die \textit{Gibbs}sche Fläche und die dem heterogenen Gebiete entsprechende derivierte Regelfläche behandelt, ebenso auch die charakteristischen auf der \textit{Gibbs}schen Fläche gezogenen Kurven (Spinodal- und Binodalkurve). Das Gleichgewichtsprinzip wird im Kap. III auf das heterogene Gebiet und auf die Dissoziation angewandt, wobei auch wieder kinetische Betrachtungen hervortreten; im Kap. IV werden Systeme unter der Einwirkung äußerer Kräfte betrachtet. Im vierten Abschnitt (S. 207-287) wird die Kapillaritätstheorie behandelt. Während im Kap. I die klassische \textit{Laplace}sche Theorie dargestellt wird, findet man in den folgenden Kapiteln viele originelle Untersuchungen unter Annahme einer stetigen Dichteänderung in der Übergangsschicht und Heranziehung des Gleichgewichtsprinzips. Wir haben hier nur sehr kurz den reichen Inhalt dieses Buches andeuten können, aber das Gesagte wird, so hofft der Ref., genügen, um zu zeigen, daß ein sehr originelles und vorzügliches Lehrbuch vorliegt.
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