Einleitung in die höhere mathematische Physik. Mit 12 in den Text gedruckten Figuren. (Q1511250)

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scientific article; zbMATH DE number 2663663
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Einleitung in die höhere mathematische Physik. Mit 12 in den Text gedruckten Figuren.
scientific article; zbMATH DE number 2663663

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    Einleitung in die höhere mathematische Physik. Mit 12 in den Text gedruckten Figuren. (English)
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    1901
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    Das ``nicht allein für Lernende, sondern auch für Lehrende geschriebene Werk verfolgt den Zweck, eine Übersicht über den gegenwärtigen Besitzstand der Physik an mathematischen Hülfsmitteln zu gewähren. Die Theorien sind fast vollständig zur Darstellung gebracht. \(\dots\) Theorien im einzelnen durchzuführen oder gar Beispiele für die Anwendungen zusammenzustellen, hat der Anlage des Buches fern gelegen.'' Die fünf Abschnitte, in welche es zerfällt, sind betitelt: I. Gegenstand der mathematischen Physik und Grundlage derselben. II. Mechanik. III. Akustik und Optik. IV. Wärmelehre. V. Elektrizität und Magnetismus. Eine übersichtliche und vollständige Zusammenstellung der Prinzipien aller Zweige der mathematischen Physik nach einem einheitlichen Gesichtspunkte wird also dem Leser geboten, und der Verf. darf für seine Arbeit ein allgemeineres Interesse in Anspruch nehmen, weil bei der Behandlung der einzelnen Gebiete es sonst meistens versäumt wird, die gemeinschaftlichen Grundbegriffe zu erörtern und die Stellung des betreffenden Sondergebietes zu der gesamten Wissenschaft der theoretischen Physik zu kennzeichnen. Durch die verhältnismäßige Kürze des Buches ist Knappheit in der Darstellung, Ausscheidung aller Einzelheiten, Beschränkung auf die allgemeinen Theorien bedingt, und zufolge dieser innegehaltenen Linien erscheint das Werk zur ersten Einführung in das weite Feld der mathematischen Physik wohl geeignet. Die Darstellung erinnert durchaus an den Ton einer wirklich gehaltenen Vorlesung; durch das häufige Hervortreten des Verf. in der ersten Person gewinnt die Schreibweise an Frische und erhält oft eine subjektive Färbung. Hiermit hängt es aber auch zusammen, daß\ nicht jeder Satz vor einer strengen Kritik bestehen kann. So heißt es S. 42 bei der Besprechung des Prinzips der kleinsten Wirkung: ``Werfen wir ihn (einen Stein) schräg zur Erde, so gelangt er zu ihr auf einem krummen Wege; aber dieser Weg ist so wenig krumm wie möglich.'' Was soll man sich bei diesem letzten Satze denken? -- Von der Anziehung der Erde auf einen Körper wird S. 35 gesagt: ``Die Gesamtanziehung geht durch die Mitte der Erde und den sogenannten Schwerpunkt des Körpers, und deshalb kann dieser Schwerpunkt als Angriffspunkt für diese Anziehung betrachtet werden.'' Da hier die Bedingungen der Aufgabe nicht formuliert sind, so kann jeder Satz dieser Aussage als ungenau oder unrichtig bezeichnet werden. -- S. 6 liest man: ``Die gewöhnliche Mathematik beschäftigt sich mit den drei Variabeln des Raumes, die mathematische Physik muß\ als vierte Variable die Zeit hinzunehmen; sie ist deshalb auch schwieriger als jene.'' Es ist wohl nicht nötig, diesen Ausspruch unter das kritische Messer zu nehmen. -- Es mag an diesen wenigen Stellen genug sein; der aufmerksame Leser wird viele Stellen finden, die ihn, wie die obigen, zum Widerspruch reizen, und wird dadurch angeleitet werden, die auf S. 37 ausgesprochene Regel zu befolgen: ``sich stets alles selbst genau zu überlegen''. Durch diese oder andere Ausstellungen soll jedoch der Wert des Buches nicht verkleinert werden; als ehrlicher und gewissenhafter Ref. mußte der Unterzeichnete aber auch die kleinen Verunstaltungen der verdienstlichen Arbeit erwähnen.
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