Vorlesungen über die Principe der Mechanik. I. Teil: enthaltend die Principe, bei denen nicht Ausdrücke nach der Zeit integrirt werden, welche Variationen der Coordinaten oder ihrer Ableitungen nach der Zeit enthalten. Mit sechzehn Figuren. (Q1518805)

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scientific article; zbMATH DE number 2674346
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Vorlesungen über die Principe der Mechanik. I. Teil: enthaltend die Principe, bei denen nicht Ausdrücke nach der Zeit integrirt werden, welche Variationen der Coordinaten oder ihrer Ableitungen nach der Zeit enthalten. Mit sechzehn Figuren.
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    Vorlesungen über die Principe der Mechanik. I. Teil: enthaltend die Principe, bei denen nicht Ausdrücke nach der Zeit integrirt werden, welche Variationen der Coordinaten oder ihrer Ableitungen nach der Zeit enthalten. Mit sechzehn Figuren. (English)
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    1897
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    Statt des zweiten Teiles der Gastheorie publicirt der Verfasser den ersten der Mechanik als notwendige Ergänzung jenes Werkes und als Entwurf zu einer geplanten Vorlesung, die dann aber in Wirklichkeit einfacher gehalten wurde. --- Aus mehreren Veröffentlichungen der letzten Jahre erhellt das Festhalten Boltzmann's an der atomistischen Vorstellung in der Naturwissenschaft und ebenso an der historisch entstandenen, üblichen Form der Mechanik. Das gegenwärtige Buch dient ihm zur Begründung und Erklärung des eingenommenen Standpunktes. Wenn Hertz in seinen Principien der Mechanik die Unvollkommenheiten in der herkömmlichen Darstellung des Systems der Mechanik hervorgehoben und daraus das Bedürfnis einer gründlichen Neugestaltung gefolgert hat, so will Boltzmann im directen Gegensatze hierzu bei möglichst treuer Darstellung der Mechanik in ihrer alten, klassischen Form die Dunkelheiten entfernen durch gebührende Beachtung mancher sonst nur obenhin gestreiften oder auch ganz übergangenen Dinge und durch Berücksichtigung berechtigter Kritik, wobei besonders den bezüglichen Schriften von Mach alle Anerkennung gezollt wird. Als Leitmotiv zieht sich durch das ganze Werk der auch bei Hertz sich vorfindende und von Boltzmann an verschiedenen Orten ausgesprochene Gedanke, ,,dass wir keineswegs die Dinge selbst denken, sondern uns Vorstellungsbilder construiren, durch welche wir den Zusammenhang unserer Erfahrung darstellen''. Je nachdem man diese Bilder mehr allgemein lässt oder sie specialisirt, erhält man unbestimmtere oder klarere und deutlichere Bilder. Die neueren Versuche, auf energetischer oder rein phänomenologischer Grundlage ein Weltbild zu errichten, sind noch zu wenig klar durchgeführt, um befriedigen zu können. Die Absicht des Verfassers ist dagegen, die alten Bilder der Mechanik mit Hülfe der Atomistik so klar und consequent wie möglich zu entwickeln und alle dabei benutzten Hypothesen als solche scharf zu kennzeichnen. Dadurch entsteht ein Weltbild, wie es in gleicher Klarheit und Deutlichkeit auf neuerer Grundlage noch nicht geschaffen ist. Das Buch ist demnach eine eigentümliche Darstellung der Begriffe und Sätze der Mechanik von einem allgemein verständlichen Gesichtspunkte aus unter fortlaufender kritischer Beleuchtung von Seiten der Metaphysik und der reinen Mathematik. In dieser Gestalt wird es berufen sein, für die Folgezeit einen bestimmenden Einfluss auf die Vortragsweise der Mechanik auszuüben, mag es nun Beistimmung oder Widerspruch hervorrufen. Obgleich in der Vorrede der Anspruch auf Vollständigkeit oder Neuheit abgelehnt wird, so dürfte doch keine wichtige, allgemeine Frage unberührt geblieben sein, wennschon manchmal nur in wenigen Sätzen ihrer erwähnt wird, und bei einem so originalen Denker wie Boltzmann findet der Leser in der Behandlung von Gegenständen, die scheinbar abgeschlossen sind, immer wieder neue Beleuchtungen, welche geeignet sind, Klarheit über die Dinge zu verbreiten. Insbesondere pflichtet Referent dem Passus des Vorwortes bei: ,,Es stellte sich vom Abschnitte über das Kräfteparallelogramm bis zur Definition des Gleichgewichtes eines Systems, dem d'Alembert'schen Principe und der allgemeinen Form der Bewegungsgleichungen heraus, dass auch manche speciellen Sätze der Mechanik noch der schärferen Präcisirung bedürfen.'' Nirgends findet man das d'Alembert'sche Princip bezüglich seiner verschiedenen Formen so eingehend erörtert, wie hier; auf diese Betrachtung ist ja Boltzmann in einem Vortrage vor der Braunschweiger Naturforscherversammlung noch besonders eingegangen. Wie der Verfasser am Schlusse des Vorwortes sagt, so ist keine der von ihm im vorangehenden erwähnten Fragen zum Abschlusse gebracht worden; dies sei nur in einer Monographie möglich. Dass er durch seine Hinweise auf vorhandene Lücken Anregung zu weiterer Forschung geben wird, ist jedenfalls ein Verdienst des Buches, das, wie alle Schriften Boltzmann's, durch eine grosse Frische in der Schreibweise und feste Gliederung der Darstellung ausgezeichnet ist.
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