Ueber die Zulässigkeit der Annahme eines elektrischen Sonnenpotentials, und dessen Bedeutung zur Erklärung terrestrischer Phänomene. (Q1544610)
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scientific article; zbMATH DE number 2702921
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Ueber die Zulässigkeit der Annahme eines elektrischen Sonnenpotentials, und dessen Bedeutung zur Erklärung terrestrischer Phänomene. |
scientific article; zbMATH DE number 2702921 |
Statements
Ueber die Zulässigkeit der Annahme eines elektrischen Sonnenpotentials, und dessen Bedeutung zur Erklärung terrestrischer Phänomene. (English)
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1883
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William Siemens hat bekanntlich in seiner Schrift: ``On the conservation of solar energy'' die Hypothese aufgestellt, dass die Sonne ein hohes elektrisches Potential besitzt, welches durch die beständige Reibung des Sonnenkörpers gegen die ihm aus dem Weltraum fortwährend zuströmende Materie erzeugt und erhalten wird. In vorliegender Abhandlung sucht der Verfasser zunächst die Möglichkeit eines derartigen Vorgangs eingebender zu begründen. Er macht darauf aufmerksam, dass die von seinem Bruder angenommene fortwährende Ausschleuderung von Materie seitens des Sonnenkörpers für die Hypothese einer Elektrisirung der Sonne durch Reibung unerlässlich ist, da sie allein die Möglichkeit gewährt, die beständige Fortführung der einen der durch die Reibung geschiedenen Elektricitäten zu erklären. Diese Ausschleuderung von Materie entsteht nach dem Verfasser dadurch, dass diejenigen Teile der Sonnenatmosphäre, welche die Grenze erreichen, wo die Centrifugalkraft der Anziehung das Gleichgewicht hält, als planetarische Massen um die Sonne rotiren, dabei aber durch die Reibung an den innern Schichten beschleunigt werden und sich daher weiter und weiter entfernen; und zwar muss diese Ausströmung vorzugsweise in der Nähe des Sonnenäquators, wo die Centrifugalkraft am grössten ist, stattfinden. Die ausgeschleuderten Massen befinden sich wegen der hohen Temperatur zunächst im dissociirten Zustande, und erst wenn sie sich durch die mit dem Aufsteigen verbundene Ausdehnung und die Ausstrahlung gegen den Weltraum unter die Dissociationstemperatur abgekühlt haben, tritt eine Verbrennung ein; die Verbrennungsproducte sinken wegen ihres, durch die Ausstrahlung noch vermehrten, grösseren specifischen Gewichtes unter und kehren vorzugsweise in derjenigen Region, wo die Centrifugalkraft der Attraction am vvenigsten entgegenwirkt, also in der Nähe der Pole, zum Sonnenkörper zurllck. Der zweite Teil der Abhandlung beschäftigt sich mit der Anwendung der Hypothese eines elektrischen Sonnenpotentials zur Erklärung einer Reihe terrestrischer Erscheinungen. Ist ein solches Potential vorhanden, so muss die Erde durch Influenz mit entgegengesetzter EIektricität geladen werden, und zwar wegen ihrer relativen Kleinheit ziemlich gleichmässig auf ihrer ganzen Oberfläche, während die gleichnamige Elektricität sich teils durch Zerstreuung, teils durch Luftströmungen, teils durch Ausgleichung mit der von der Sonne ausströmenden entgegengesetzten Elektricität im Weltraum verliert; durch solche elektrische Ausströmungen von der Erde, welche mit jeder Aenderung des Sonnenpotentials verbunden sein müssen, liesse sich vielleicht das Nordlicht erklären. Da ferner nach den Versuchen von Rowland eine mechanische Bewegung von Elektricität elektrodynamische Wirkungen ausübt, so liesse sich durch die Rotation der Erdelektricität möglicherweise der Erdmagnetismus erklären; die Gewitter durch Elektrisirung einer Wolke durch Influenz, sobald die Wasserteilchen einander so nahe gerückt sind, dass eine leitende Verbindung zu höheren Wolkenregionen hergestellt ist. Schliesslich berührt der Verfasser noch die durch seine Hypothese etwa nötig werdenden Modificationen der astronomischen Rechnungen; die Berechnung der Planetenbewegungen würde dadurch keine Aenderung erleiden, nur würde sich aus ihnen ein anderes Verhältnis der Masse der Sonne und der Planeten zu der der Erde ergeben.
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