Handbuch der Vermessungskunde. 2 Bde. (Q1555589)
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scientific article; zbMATH DE number 2713452
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Handbuch der Vermessungskunde. 2 Bde. |
scientific article; zbMATH DE number 2713452 |
Statements
Handbuch der Vermessungskunde. 2 Bde. (English)
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1877
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Es erscheint zweckmässig, den erst 1878 erschienenen zweiten Band des vorliegenden Werkes, welches eine Erweiterung und Umarbeitung des ``Taschenbuchs der praktischen Geometrie'' von demselben Verfasser ist, sogleich hier mit in die Besprechung hineinzuziehen. Das Handbuch ist anzusehen als die reichhaltigste und brauchbarste Compilation über den Gegenstand, welche wir zur Zeit besitzen, wenn auch, ganz abgesehen von nicht wenigen Druckfehlern, die Darstellung an einzelnen Stellen zu wünschen übrig lässt, und hier und da Dinge aufgenommen sind, die in einer Zeitschrift, aber nicht in einem Handbuche am Platze sind. Dass dem Charakter eines Handbusches gemäss in den Anhängen zahlreiche Hülfstafeln beigefügt sind, soll hier vorweg erwähnt werden, ebenso dass überall, wo es darauf ankommt, die Methoden in geeigneter Weise durch numerische Beispiele erläutert werden. Theil I. ``Theorie der Beobachtungsfehler oder Methode der kleinsten Quadrate'' giebt nach einem historischen Ueberblicke zunächst die Vorschriften für die Ausgleichungsrechnung, ausgehend von dem Principe der kleinsten Fehlerquadratsumme, womit alles für die Praxis wesentliche gegeben ist. Daran schliessen sich die theoretischen Untersuchungen über das Gesetz der Fehlerwahrscheinlichkeit, wahrscheinlichen Fehler und Fehlervertheilung, und den Schluss bildet eine sehr ausführliche Theorie der Genauigkeit der geodätischen Punktbestimmung bis zur einfachen Triangulation und dem Vor- und Rückwärtseinschneiden mit drei Strahlen. Theil II. ``Niedere Geodäsie'' beginnt mit den einfacheren Operationen des Feldmessens und ihrer Verbindung zu Kleineren Horizontalaufnahmen, schliesst daran die Aufnahme, Berechnung und Theilung von Flächen, wobei Planimeter, Rechenmaschine von Thomas und Rechenschieber näher erörtert werden, und giebt dann nach einer kurzen Darstellung des Wesentlichsten über Libelle und optische Instrumente einen ausfühlichen Abschnitt über Construction, Prüfung, Berichtigung und Handhabung des Theodoliten. Nach dieser Vorbereitung werden in vier weiteren Capitel behandelt: die allgemeine Theorie der Coordinatenrechnung, Polygonzug, Triangulirung (unter Ausschluss der Haupttriangulationen). Drei fernere Abschnitte sind dem Höhenmessen gewindmet; sie enthalten die Theorie des Nivellirinstruments und des geometrischen Nivellements, die Theorie der Höhenmessung mit dem Barometer, wobei auch die Ersatzmittel für das Quecksilberbarometer, wie Aneroid etc. Berücksichtigung finden, endlich das trigonometrische Höhenmessen nebst einer Theorie der Refraction. Schliesslich folgen: Distanzmesser, Tachymetrie und Boussole, Messtisch und Kippregel, Linienabstecken, Flüchtige Aufnahmen und Betrachtungen über die Organisation einer Landesvermessung. Theil III. ``Höhere Geodäsie'' beginnt mit einem geschichtlichen Ueberblick über die Gradmessungen, Zusammenstellung von später zu benutzenden Entwickelungen und Formeln, sowie Herleitung von Relationen für das Rotationsellipsoid. Daran schliesst sich: Haupttriangulirung mit besonderer Rücksich auf Basismessung und Basisapparate, ferner sphärische Dreiecksberechnung nach dem Kegendre'schen Satze und der Additamentenmethode, endlich Ausgleichung eines Dreicksnetzes nebst einer Uebersicht über die wichtigsten Haupttriangulirungen. Hierauf folgen ziemlich unvermittelt neben einander: Reproductionen von: sphärische Coordinaten nach Soldner und Gauss, sphäroidische Geodäsie mit Normalschnitten nach Bohnenbereger, sphäroidische Geodäsie nach Bessel-Baeyer und conforme Abbildung der Ellipsoide nach Gauss. Eingeschoben ist ein Abschnitt über die geodätische Linie. Zwei Schlusscapitel enthalten: Allgemeine geodädische Resultate, Lothablenkungen und Geoid, sowie das Nothwedigste über Kartenprojection. Diese letzte Partie über Geodäsie auf dem Sphäroid und dem Geoid ist in Bezug auf die Darstellung entschieden der schwächste Theil des Werkes und macht den Eindruck, als sei er mit einer gewissen Hast redigirt. So trägt der Verfasser kein Bedenken, in dem Abschnitte über die geodätische Linie Variationsrechnung zu benutzen, während er auf die Heranziehung der einfachsten Sätze aus der Potentialtheorie verzichtet, ohne welche die Definition des Geoids eine unbewiesene Voraussetzung involvirt, ohne welche ferner werder eine wirklich exacte Theorie der geometrischen Nivellements noch eine präcise Formulirung des Problems der Geodäsie gegeben werden kann.
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