Carl Heinrich Graeffe. Ein Lebensbild. (Q1558480)
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scientific article; zbMATH DE number 2716415
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Carl Heinrich Graeffe. Ein Lebensbild. |
scientific article; zbMATH DE number 2716415 |
Statements
Carl Heinrich Graeffe. Ein Lebensbild. (English)
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1874
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C. F. Graeffe, geb. \(7^{\text{ten}}\) Nov. 1799 zu Braunschweig von armen Eltern, kam um 1813 zu einem Juwelier in Hannover in die Lehre. Nachdem er ausgelernt und auf die Wanderschaft gegangen war, kam er, in Leipzig heftig erkrankt, nach Hause zurück, um sein Handwerk aufzugeben; doch die Noth der Mutter, welche der Vater, der nach Amerika ausgewandert war, verlassen hatte, erlaubte ihm dies vorläufig nicht. Während er so am Tage als Goldarbeiter thätig war, studirte er Abends privatim weiter, vorzugsweise Mathematik. Endlich 1821 erhielt Graeffe eine Freistelle am Carolinum in Braunschweig. Er verliess 1824 diese Anstalt mit glänzenden Zeugnissen versehen und bezog die Universität Göttingen, wo vorzugsweise Thibaut, Meyer und Stromeyer seine Lehrer waren. Hier erhielt er 1825 für seine Arbeit: \textit{Die Geschichte der Variationsrechnung vom Ursprunge der Differential- und Integralrechnung bis auf die heutige Zeit} den Preis der philosophischen Fakultät; dieselbe erschien gleichzeitig im Drucke (60 Seiten \(4^\circ\)). Im nämlichen Jahre promovirte Graeffe und kehrte nach Braunschweig zurück. Als im Jahre 1826 zunächst von Privaten in Zürich ein technisches Institut errichtet wurde, berief man Graeffe als Lehrer der Mathematik, der dann 1833, als die jetzige polytechnische Schule gegründet wurde, als Professor der Mathematik an derselben weiter thätig blieb. Ostern 1868 trat er in den Ruhestand. Ausser durch einige Lehrbücher für die Schule ist Graeffe speciell durch seine Arbeiten über die Auflösung der höheren numerischen Gleichungen bekannt geworden, welche er als Beantwortung einer Preisaufgabe der Königl. Akademie in Berlin veröffentlichte (Zürich 1837, auch Crelle J. X.). Nach Stiftung der Universität Zürich 1833 waren ursprünglich nur Graeffe und Raabe als Privatdocenten der Mathematik daran thätig; erst später wurde ein Heidelberger Mathematkier als Ordinarius berufen, und während dieser fast nie ein Colleg zu Stande brachte, hatten die Privatdocenten stets besuchte Collegia. Erst 1860 wurde Graeffe auch Extraordinarius der Universität. Am \(2^{\text{ten}}\) December 1873 starb er nach lägerem Leiden. Das Schriftchen ist aus der \textit{Neuen Züricher Zeitung} besonders abgedruckt.
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