Intorno al Volume intitolato ``Geschichte der mathematischen Wissenschaften etc.'' Traduzione del Sig. Filippo Keller. (Q1560796)

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scientific article; zbMATH DE number 2718768
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Intorno al Volume intitolato ``Geschichte der mathematischen Wissenschaften etc.'' Traduzione del Sig. Filippo Keller.
scientific article; zbMATH DE number 2718768

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    Intorno al Volume intitolato ``Geschichte der mathematischen Wissenschaften etc.'' Traduzione del Sig. Filippo Keller. (English)
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    1872
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    Das Werk Suter's, ursprünglich als Doctordissertation geschrieben, hat sich als Ziel gesetzt, einen kurzen und klaren Ueberblick über die Geschichte der gesammten Mathematik zu geben. Bei einem Umfange von 200 Seiten ist natürlich von einer Quellenangabe abzusehen gewesen, was auch ohne Schaden geschehen kann, wenn von dem Verfasser alle guten Quellen zu Rathe gezogen sind. Dass dies nicht überall der Fall, hat zum Theil schon Hankel in seiner Recension nachgewiesen. So fehlt die Geschichte der Mathematik bei den Indern gänzlich, die Geschichte der Wissenschaft bei den Arabern ist nur nach Wallis und Montucla gegeben; alle neueren wichtigen Untersuchungen von Woepcke, Sédillot, Steinschneider etc. sind nicht berücksichtigt. Von den dadurch entstandenen Fehlern und Missverständnissen giebt Hankel vielfache Proben, die sich leicht vermehren liessen. Wenn Hankel ihm aber zum Fehler anrechnet, dass er den Erfinder der Quadratix, Hippias, mit dem Sophisten Hippias von Elis identificirt, was schon Brettschneider gethan hat, so dürfte er irren. Proklos Diadochos hat, wie man sich leicht überzeugt, die Gewohnheit, nur bei der ersten Aufführung eines Namens die nähere Bezeichnung hinzuzufügen, später aber dieselbe als selbstverständlich wegzulassen. In der Aufzählung der Mathematiker vor Euklides am Anfange seines Werkes findet sich nun aber auch erwähnt \(`I \pi\pi i \alpha\varsigma\;\;\acute{o} \text{'}H\lambda\varepsilon\tilde\iota o \varsigma\) (Proclus ed. Friedlein p. 65). Der später nur als Hippias Erwähnte kann also nur der Eleer sein. Es ist aber nicht blos in der Geschichte der griechischen und arabischen Mathematik, dass die schlechtesten Quellen benutzt sind, auch in der späteren Geschichte findet sich vieles fehlerhaft. So ist die Darstellung der Entdeckung der Auflösung der Gleichungen 3\(^{\text{ten}}\) Grades durch Ferro, Cardan, Tartaglia gänzlich falsch, wie schon 1846 durch Gherardi gezeigt ist; so fehlt der Hauptrepräsentant der Mathematik des XIV. Jahrhunderts, Nicole Oresme, gänzlich; so sind die Angaben über Copernicus zum grössesten Theile irrig. Schon Alpetragius hat ähnliche Ideen, wie Copernicus ausgesprochen; Copernicus hat nicht blos in Krakau und Bologna, sondern höchst wahrscheinlich auch in Padua studirt; hat aber nur ein halbes bis dreiviertel Jahr, nicht Jahre lang, in Rom gelehrt. Schon vor seiner Reise nach Italien war er Kanonicus zu Frauenburg geworden, nicht erst 1506 nach seiner Rückkunft von Italien. Rhäticus lebte nicht in Nürnberg, sondern in Wittenberg. Als Hypothese giebt nicht Copernicus, sondern der anonyme Schreiber der Vorrede, Osiander, das System aus; das war ja gerade die Bedingung der Indexcongregation, dass alle Stellen, in denen Copernicus sein System nicht als Hypothese ausspricht, in diese Form umgeschrieben werden mussten. Den Schlusssatz der Recension Hankels: ``Wenn wir auch von all diesen einzelnen Ausstellungen absehen, so müssen wir dem vorliegenden Werke doch einen Fehler zum Vorwurf machen, der nicht leicht zu verbessern ist. In ihm fehlt nämlich gänzlich die Charakterisirung der verschiedenen Mathematiker, die ihrer Werke und ihrer Methoden. Wie weit der Verfasser von der Erkenntniss des speciellen Geistes der antiken Mathematik entfernt ist, kann man aus dem oben erwähnten Beispiel in Betreff des Archimedes ersehen.'' ``Die Geschichte der Mathematik darf nicht die Gelehrten und ihre Werke einfach aufzählen, sie muss vielmehr die ganze Entwickelung der Ideen auseinandersetzen, welche in der Wissenschaft herrschten; nur so wird sie das allgemeine Interesse anregen und den Nutzen stiften, den Herr Suter sich von ihr verspricht'', kann man nur einfach unterschreiben. Ein grosser Mangel nicht dieses Geschichtswerkes allein ist das Fehlen eines guten Index.
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