Über die Werteverteilung der Riemannschen Zetafunktion. (Q1829951)
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scientific article; zbMATH DE number 2563538
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Über die Werteverteilung der Riemannschen Zetafunktion. |
scientific article; zbMATH DE number 2563538 |
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Über die Werteverteilung der Riemannschen Zetafunktion. (English)
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1930
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Die Verf. betrachten die Verteilung der Werte von log \(\zeta (s)\) (weil bei log \(\zeta (s)\) die \textit{Euler}sche Produktdarstellung von \(\zeta (s)\) eine handlichere Form annimmt als bei \(\zeta (s)\)) in der Halbebene \(\sigma > 1\) (\(s = \sigma + it\)). Die Arbeit zerfällt in zwei Teile: Im ersten wird das Verhalten der Funktion log \(\zeta (s)\) auf einer vertikalen Geraden \(\sigma = \sigma_0 > 1\) untersucht, und zwar die Wahrscheinlichkeit (in einem näher zu präzisierenden Sinne), mit der der Wert von log \(\zeta (\sigma_0 + it)\) in der Nähe eines gewissen Punktes der abgeschlossenen Hülle derjenigen Punktmenge liegt, die log \(\zeta (\sigma_0 + it)\) für \(-\infty < t < +\infty\) durchläuft. Im zweiten Teil betrachten die Verf. das Verhalten von log \(\zeta (s)\) in einem Streifen von der Form \[ 1 < \sigma_1 < \sigma < \sigma_2 \tag{1} \] und untersuchen die Wahrscheinlichkeit dafür, daß die Funktion log \(\zeta (s)\) in (1) einen gewissen Wert aus der Menge annimmt, die sie in (1) durchläuft. Bekanntlich ist durch \[ \text{log }\zeta (s) = -\sum\limits_{n=1}^\infty\text{log }(1-p_n^{-s}) \tag{2} \] (\(p_n\) die \(n\)-te Primzahl), wo in der Summe rechts der Hauptwert des Logarithmus gemeint ist, der eindeutige reelle Zweig von log \(\zeta (s)\) gegeben, der auf der reellen Achse reell ist. Dieser Zweig von log \(\zeta (s)\) wird betrachtet. Die Grundlage der Arbeit bilden folgende Überlegungen, die z. T. schon in früheren Arbeiten von \textit{H. Bohr} durchgeführt worden sind (vgl. \textit{H. Bohr}, 1912, 1913, 1914; F. d. M. 43, 330 (JFM 43.0330.*); 44, 306-307, 558-559; 45, 719. \textit{H. Bohr \& R. Courant}, 1914; F. d. M. 45, 718-719 sowie die Arbeit der Verf.,Om Sandsynlighedsfordelinger ved Addition af konvekse Kurver'; Skrifter København (8) 12, Nr. 3 (1929); F. d. M. 55\(_{\text{II}}\)): Zunächst wird die die Funktion log \(\zeta (s)\) auf jeder Geraden \(\sigma = \sigma_0 > 1\) darstellende gleichmäßig konvergente Reihe \[ \text{log }\zeta (s) = -\sum\limits_{n=1}^\infty \text{log }\left( 1-p_n^{-\sigma_0}\cdot e^{2\pi i\mu_n(t)}\right) \qquad (\text{mit } 2\pi\mu_n(t) = -t\log p_n) \tag{3} \] verglichen mit der Funktion \[ S(\vartheta_1,\vartheta_2,\ldots ) = -\sum\limits_{n=1}^\infty\log \left(1-p_n^{-\sigma_0}\cdot e^{2\pi i\vartheta_n}\right) \tag{4} \] der unendlich vielen Veränderlichen \(\vartheta_1,\vartheta_2,\ldots ,\) wo die Summe im ganzen \((\vartheta_1,\vartheta_2,\ldots )\)-Raum gleichmäßig konvergiert, und die man ohne Beschränkung der Allgemeinheit im Einheitswürfel \[ 0\leqq\vartheta_1 < 1, \;0\leqq\vartheta_2 < 1,\ldots \tag{5} \] betrachten kann. Der \textit{Kronecker}sche Satz über diophantische Approximationen zeigt nun, daß wegen der linearen Unabhängigkeit der Zahlen \[ \log\; p_1,\log\; p_2,\ldots,\log\; p_n \] für jedes \(n\) die \(\mu_1(t), \mu_2(t),\ldots\) in ihrem Verhalten voneinander unabhängigen Veränderlichen ähneln, und daß daher zwischen (3) und (4) eine mehr als formale Verwandtschaft besteht. Es ergibt sich, daß die Wertmenge von \(S(\vartheta_1,\vartheta_2,\ldots )\) für ein festes \(\sigma_0 > 1\) gleich der abgeschlossenen Hülle \(\overline{M}(\sigma_0)\) der Wertmenge \(M(\sigma_0)\) von log \(\zeta (\sigma_0 + it)\) ist. Der Wertevorrat von \(S\) in (5) läßt sich dann so untersuchen: Durchlaufen in \[ \sum\limits_{n=1}^\infty\log \left(1-p_n^{-\sigma_0}\cdot e^{2i\pi\vartheta_n}\right) \] die \(\vartheta_n\) unabhängig voneinander die Intervalle \[ 0\leqq\vartheta_1 < 1, \;0\leqq\vartheta_2 < 1,\ldots, \] so durchlaufen die Ausdrücke \[ 1-p_n^{-\sigma_0}\cdot e^{2i\pi\vartheta_n} \] Kreise um den Punkt \(1\) mit den Radien \(p_n^{-\sigma_0}\), und also ihre Logarithmen konvexe Kurven, in deren Inneren der Nullpunkt liegt. Man hat also folgende Fragestellung zu betrachten: Wie verhält sich die Menge aller Summenpunkte \(\sum z_n\), wenn die \(z_n\) unabhängig voneinander konvexe Kurven durchlaufen? Für \(\overline{M}(\sigma_0)\) ergeben sich so genauere Resultate, von denen nur folgende spezielle Folgerung, die sich auch unmittelbar ergibt, benutzt wird: Zu jedem \(a\) gibt es ein \(\sigma_0\), so daß \(\overline{M}(\sigma_0)\) \(a\) nicht enthält. Diese Hilfsmittel werden insbesondere in folgenden Richtungen erweitert: I. Statt des \textit{Kronecker}schen Satzes wird dessen von \textit{H. Weyl} [1916; F. d. M. 46, 265--278 (JFM 46.0832.01)] herrührende Verschärfung herangezogen. II. Es werden auch die Wahrscheinlichkeitsverteilungen der Werte von \(S(\vartheta_1,\vartheta_2,\ldots )\) in \(\overline{M}(\sigma_0)\) untersucht. Es ergeben sich folgende beiden Hauptresultate: \textit{Erster Hauptsatz}: Es gibt in der \(z\)-Ebene (\(z= u + iv\)) eine reelle, beschränkte, stetige, nirgends negative Funktion \(F(z)\) von der folgenden Beschaffenheit: Ist \(R(u_1 < u < u_2, v_1 < v < v_2)\) ein beliebiges parallel zu den Koordinatenachsen orientiertes Rechteck, und bezeichnet man mit \(L(T)\) die Gesamtlänge derjenigen Teilintervalle von \(-T < t < T\), in denen log \(\zeta (\sigma_0 + it)\) in \(R\) liegt, so konvergiert mit unbegrenzt wachsendem \(T\) der Quotient \(\dfrac{L(T)}{2T}\) gegen das über \(R\) erstreckte Integral der Funktion \(F(z)\): \[ \lim_{T\to\infty} \dfrac{L(T)}{2T} = \iint\limits_R F(z)\; du \; dv. \] \textit{Zweiter Hauptsatz}: Es sei \(a\) ein Wert, der von log \(\zeta (s)\) in \(\sigma_1 < \sigma < \sigma_2\) angenommen wird, und es bezeichne \(N_a(T)\) die Anzahl der (in ihrer Vielfachheit gezählten) \(a\)-Stellen von log \(\zeta (s)\) im Rechteck \(\sigma_1 < \sigma < \sigma_2\), \(-T < t < T\); dann konvergiert für \(T\to\infty\) der Quotient \(\dfrac{N_a(T)}{2T}\) gegen eine endliche, positive Zahl. Die Verf. kündigen ferner eine Ausdehnung ihrer Ergebnisse auf die Halbebene \(\sigma > \frac{1}{2}\) an.
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