Über die Differentialgeometrie von Gauß. (Q2578498)
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scientific article
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Über die Differentialgeometrie von Gauß. |
scientific article |
Statements
Über die Differentialgeometrie von Gauß. (English)
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1942
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Vortrag in Heidelberg am 20. 6. 1941. Verf. bedient sich der (Cartanschen) äußeren Ableitung, um in einer ungemein eleganten Weise das Theorema egregium und den Gauß-Bonnetschen Satz zu beweisen und den Parallelismus von Levi-Civita zu besprechen: Die Integrabilitätsbedingungen der (Cartanschen) Zusammenhangsgleichungen \[ d{\boldsymbol M}=\omega_0^i{\boldsymbol e}_i, \quad d{\boldsymbol e}_i =\omega_i^j{\boldsymbol e}_j, \tag{1} \] (wo \({\boldsymbol M}(u,v)\) den laufenden Flächenpunkt darstellt und \({\boldsymbol e}_i\) (\(i=1\), 2, 3) drei linear unabhängige Einheitsvektoren sind), die sogenannten (Cartanschen) Strukturgleichungen, ergeben nach der Greenschen Formel in der Cartanschen Schreibweise \[ \int\limits_{\Re}\omega_0^i =\int\limits_{\mathfrak F}[\omega_j^i\omega_0^j] \qquad (3) \quad \int\limits_{\Re}\omega_j^i + \int\limits_{\mathfrak F}[\omega_k^i\omega_j^k]=0, \tag{2} \] wobei \(\Re\) den Rand des Flächengebietes \(\mathfrak F\) darstellt. Verf. setzt voraus, daß \({\boldsymbol e}_i\) orthogonale Einheitsvektoren sind und \({\boldsymbol e}_3\) normal zur Fläche ist, so daß man in (1), (2), (3) die Formeln \[ \omega_0^3=0, \quad \omega_j^i+\omega_i^j=0 \tag{4} \] einzusetzen hat. Dann ist sofort klar, daß (5) \(K=\dfrac{[\omega_3^2\omega_1^3]}{[\omega^1\omega^2]}\) das Gaußsche Krümmungsmaß darstellt. Ist nun \(\tau\) der Winkel von \(\Re\) und \({\boldsymbol e}_1\), so kann man leicht einsehen, daß (6) \(\chi=\omega_1^2 +d\tau\) (die sogenannte geodätische Krümmung, multipliziert mit \(ds\)) von der speziellen Wahl von \({\boldsymbol e}_1\perp {\boldsymbol e}_2\) unabhängig ist. Die Formel (3) für \(i=2\), \(j = 1\) ist dann nach (4), (5), (6) mit \[ \int\limits_{\Re}(\chi-d\tau)+\int\limits_{\mathfrak F} K[\omega^1\omega^2]=0 \tag{7} \] äquivalent, und diese Gleichung drückt (für ein einfach zusammenhängendes Flächenstück \(\mathfrak F\), wo \(\int\limits_{\Re}d\tau=2\pi\) ist) den Gauß-Bonnetschea Satz aus. Die parallele Verschiebung (im Sinne von Levi-Civita) eines Einheitsvektors \({\boldsymbol v}=\cos \alpha {\boldsymbol e}_1 +\sin \alpha {\boldsymbol e}_2\) bekommt man bekanntlich aus dem Ansatz \({\boldsymbol e}_3\cdot d{\boldsymbol v}=0\), und diese Gleichung ist nach (1) mit \[ \omega_1^2+d\alpha=0 \tag{8} \] äquivalent. Dieser Parallelismus ist nur dann auf \(\mathfrak F\) im Kleinen vom Wege unabhängig, wenn die äußere Ableitung von \(\omega_1^2\) verschwindet (d. i. nach Cartan, wenn \((\omega_1^2)'=0\) ist), was nach (3) (für \(i= 2\), \(j = 1\)) und (4), (5) mit \(K=0\) gleichbedeutend ist. Durch Integration von (6) bekommt man die bekannte Interpretation von \(\int \chi\) in der Form \(\int \chi =(\tau-\alpha)-(\tau_0-\alpha_0)\). -- In ähnlicher Weise wird (für die isometrische Verbiegung \(\omega^\beta=\overline \omega^\beta\), (\(\beta=1\), 2)) das Theorema egregium bewiesen. -- Im letzten Paragraphen wird die Formel für affin-parallele Übertragung und die zugehörige Krümmungsgröße in den Matrizenkalkül umgeschrieben.
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