Men of mathematics (Q2603223)
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scientific article
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Men of mathematics |
scientific article |
Statements
Men of mathematics (English)
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1937
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Das vorliegende Buch aus der Feder eines bekannten Mathematikers will keine Geschichte der Mathematik, auch nicht ein Ausschnitt aus einer solchen sein, es will nur vor dem Leser Lebens\-schicksal und Lebensarbeit von großen und größten Männern ausbreiten, die die mo\-derne Mathe\-matik geschaffen haben und die hier in die lebendige Umgebung der Geschichte und der Pro\-bleme ihrer Zeit gestellt vor uns lebendig werden. Bei der getroffenen Auswahl waren einmal die Bedeutung der behandelten Person für die Entwicklung der modernen Mathe\-matik maßgebend, andererseits aber auch die menschlich ansprechenden Seiten ihres Lebens (Charakter, politische und religiöse Einstellung, psychologische Momente und anderes). Nach einem einleitenden Kapitel, in dem der Verf. auf Absicht, Umfang und Schwierigkeit seiner Aufgabe eingeht, und einem weiteren vorbereitenden Abschnitt, der diejenigen Griechen behandelt, die am engsten mit der modernen Entwicklung in Verbindung stehen (auf dem Umschlag steht der bezeichnende Nebentitel: The lives and achievements of the great mathematicians from Zeno to Poincaré), werden folgende Personen behandelt: \textit{Descartes} (Gentleman, soldier, and mathematician); \textit{Fermat} (The prince of amateurs); Pascal (Greatness and misery of man); \textit{Newton} (On the seashore); \textit{Leibniz} (Master of all trades); \textit{The} \textit{Bernoullis} (Nature or nurture?); \textit{Euler} (Analysis incarnate); \textit{Lagrange} (A lofty pyramid); \textit{Laplace} (From peasant to snob): \textit{Monge} und \textit{Fourier} (Friends of an emperor); \textit{Poncelet} (The day of glory); \textit{Gauß} (The prince of mathematicians, ein besonders schöner und ausführlicher Abschnitt); \textit{Cauchy} (Mathematics and windmills); \textit{Lobatchewsky} (The Copernicus of geometry); \textit{Abel} (Genius and poverty); \textit{Jacobi} (The great algorist); \textit{Hamilton} (An Irish tragedy); \textit{Galois} (Genius and stupidity); \textit{Sylvester} und \textit{Cayley} (Invariant twins); \textit{Weierstraß} und \textit{S.} \textit{Kowalewski} (Master and pupil); \textit{Boole} (Complete independence); \textit{Hermite} (The man, not the method); \textit{Kronecker} (The doubter); \textit{Riemann} (Anima candida); \textit{Kummer} und \textit{Dedekind} (Arithmetic the second); \textit{Poincaré} (The last universalist); \textit{Cantor} (Paradise lost?). Von allen diesen mit Ausnahme der \textit{Bernoulli} und \textit{Dedekind} (natürlich auch \textit{Zeno}, \textit{Eudoxos} und \textit{Archimedes)} sind gute Portraits beigegeben. Man sieht, der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf der Zeit ab 1800, etwa da, wo M.~\textit{Cantors} ``Vorlesungen'' abbrechen. Schon allein deshalb bildet sie eine wertvolle Bereicherung der mathematik-historischen Literatur über das nur wenig behandelte ``Goldene Zeitalter der Mathe\-matik'', in dem nach Ansicht des Verf. fünfmal soviel als insgesamt vorher geleistet wurde. Die Darstellung ist stets überaus packend, wobei freilich manchmal die in einem ernsten Buch uns ungewohnte burschikose Sprache und gelegentliche Übertreibungen überraschen. Die Behauptung, daß der bekannte Beweis für die Irrationalität von \(\sqrt{2}\) schon nach ein paar Wochen Algebra verstanden werden kann, mag noch angehen; aber daß das ``leichte Latein'', von \textit{Euler} und Gauß auch schon in ein paar Wochen zu meistern (!) ist, oder ob der Leser mit nur höherer Schulbildung wirklich alles versteht, was hier geschildert wird, muß man doch bezweifeln. Ergänzende Hinweise, die es erst gestatten, die gegebenen Daten an den Quellen nachzuprüfen, fehlen fast vollständig; dies wird damit begründet, daß man die diesbezügliche Literatur sich doch nur in den großen Universitätsbibliotheken verschaffen kann. Diese Begründung ist nicht stichhaltig, da ja auch der Mathematiker und Historiker aus dem schönen Werk weiteren Nutzen haben soll und manches darauf aufbauen kann. Wer kann so sagen, daß \textit{Eudoxos} wirklich aus Geldmangel an den Piräus gezogen ist, weil ``das Wohnen dort für ein Lächeln am richtigen Platz'' billig zu haben war? Gab es zwischen \textit{Apollonius} und \textit{Steiner} keinen ``Geometer'', zwischen \textit{Zeno} und \textit{Brouwer} keinen gleich scharf denkenden Kopf? Abzulehnen ist das, was über \textit{Pythagoras} und die Einführung der Axiome gesagt wird; auch kann keine Rede davon sein, daß die Babylonier die Notwendigkeit eines Beweises schon klar erkannt hätten. Man wird wohl besser nicht nur von vier großen Perioden (Babylon, Griechenland, Newtonsche Zeit und die nach 1800) der Entwicklung der Mathematik sprechen. Und nun nehme nach diesen kleinen Bemerkungen der Leser das Buch vor; die bis zum Schluß fesselnde Darstellung, in der besonders auch das Mathematische in vorzüglicher Weise dargeboten wird, wird ihm ein wirklicher Genuß sein. Besprechung: G. Sarton, Isis 28 (1938), 510-513.
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