Scientific inference. (Q2605002)
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| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Scientific inference. |
scientific article |
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Scientific inference. (English)
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1937
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Der Reiz dieses Bandes liegt darin, daß einmal ein bedeutender Vertreter der exakten Naturwissenschaft, der gleichzeitig die mathematische Technik mühelos beherrscht, offen ausspricht, was die Praxis von der Wahrscheinlichkeitslehre fordert, welche Grundsätze für sie unbedingt notwendig sind. Das Ergebnis ist für den Theoretiker einigermaßen erstaunlich, ja erschütternd, erhält aber durch den Namen des Verf. ein unbestreitbares Gewicht. Einige bezeichnende Beispiele: ``Die allgemeine \textit{Bayes}sche Regel bedeutet für die Wahrscheinlichkeitslehre das Gleiche wie der pythagoräische Lehrsatz für die Geometrie (S. 19)''. ``Wenn wir kein Mittel haben, zwischen zwei Alternativen zu wählen, müssen wir ihnen gleiche Wahrscheinlichkeiten zuschreiben. Dieses Prinzip vom zureichenden Grunde ist fundamental. Verwerfen wir es, so sagen wir damit, es sei unmöglich, aus der Erfahrung zu lernen'' (S. 20/21). Verf. lehnt weiter die Häufigkeitstheorie zur Begründung des Begriffes der Wahrscheinlichkeit als zu eng ab. Er bemerkt dazu: ``In vielen Fällen, so wenn wir von der Wahrscheinlichkeit sprechen, das Sonnensystem habe sich durch die katastrophale Annäherung zweier Sonnen gebildet\dots, steht der Gedanke an nur eine einzige Wiederholung außer Diskussion. Doch ist gerade in diesen Fällen der Begriff der Wahrscheinlichkeit am wertvollsten'' (S. 219). Die erste Auflage des Buches erschien im Jahre 1931. Ihr Text scheint auf den Seiten 1-243 unverändert abgedruckt zu sein. Natürlich hat der Band seinerzeit manchen Widerspruch erregt. Verf. fügt nun auf 26 Seiten eine Reihe von Zusätzen hinzu, die teils kleinere Versehen berichtigen oder Literatur nachweisen, teils aber auch etwas einlenkende Bemerkungen zu den grundsätzlichen Fragen enthalten. Jedoch werden die Auffassungen, die aus den hier gegebenen Beispielen sprechen, nicht revidiert. Nicht jeder wird den Inhalt des Buches ruhig hinnehmen. Viele aber werden Anregungen schöpfen, sowohl aus den außergewöhnlichen logisch-philosophischen Überlegungen wie auch aus manchen ganz persönlichen mathematischen Formulierungen. Besprechung: H. T. H. P, Math. Gaz., London, 21 (1937), 303-304.
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