Johannes Keplers wissenschaftliche und philosophische Stellung. (Q2610632)
From MaRDI portal
scientific article
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Johannes Keplers wissenschaftliche und philosophische Stellung. |
scientific article |
Statements
Johannes Keplers wissenschaftliche und philosophische Stellung. (English)
0 references
1935
0 references
In dieser schönen Arbeit handelt es sich weniger darum, allgemein bekannt gewordene wissenschaftliche Großtaten \textit{Kepler}s noch einmal hervorzuheben und zu würdigen. Vielmehr legt es Verf. darauf an, das geschlossene, uns vielfach fremde Bild von der Welt als Ganzem, das sich \textit{Kepler} in zähem Ringen erkämpfte, vor unseren geistigen Augen neu erstehen zu lassen. Nur ein Kenner der Materie wie \textit{Max Caspar} konnte sich an eine solche Aufgabe wagen. Denn es galt, vereinzelte Bemerkungen aus zahllosen Werken und vor allem Briefen zusammenzutragen und auszuwerten. Als Ergebnis vermag Verf. die Stellung \textit{Kepler}s in der Geistesgeschichte des Abendlandes zu fixieren. Er zieht eine Linie, die, von der mittelalterlichen Mystik ausgehend, über \textit{Nikolaus Cusanus}, \textit{Paracelsus} zu \textit{Kepler} und weiter zu Leibniz führt. Nebenher vollzieht sich eine Entwicklung, die, im Nominalismus entspringend, über \textit{Galilei} zu \textit{Newton} gelangt. Dem gleichen Kreise sind die Empiristen \textit{Bacon} und \textit{Hobbes} zuzurechnen, vor allem aber \textit{Descartes}, dessen Discours de la méthode einen ungemein starken und nachhaltigen Einfluß auf die Entwicklung der Naturwissenschaften ausgeübt hat. Darüber geriet das Werk \textit{Kepler}s beinahe in Vergessenheit.
0 references