Zur Entstehung des wissenschaftlichen Begriffs in der griechischen Philosophie. (Q2613937)
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scientific article
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Zur Entstehung des wissenschaftlichen Begriffs in der griechischen Philosophie. |
scientific article |
Statements
Zur Entstehung des wissenschaftlichen Begriffs in der griechischen Philosophie. (English)
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1934
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Die Absicht des Verf. ist es, zu zeigen, wie die Ideenlehre des mathematisch geschulten späteren \textit{Platon} aus ethischen, nicht-mathematischen Ansätzen der sokratischen Logik herausgewachsen ist. Bei \textit{Sokrates} ist die Grundfrage die nach dem Wesen der Tugend, der ἀρετή. Unter dem Gesichtspunkt der Tugend, des Gutseins, d. h. des Grades der Vollendung bilden auch alle Dinge der gegenständlichen Welt eine zusammengehörende Einheit; es gilt -das ist die Aufgabe der Philosophie -- sie alle in klaren Begriffsbestimmungen festzulegen, wozu vorläufig die Sprache διαλέγεσθαι das einzige Erkennungsmittel (nicht Erkenntnisquelle!) ist. Diese sokratischen Gedankengänge erfahren vorerst durch \textit{Platon}s Begriffslehre eine dichterische Ausgestaltung. Um die Begriffe aber auch reiner darzustellen, orientiert er sie nach mathematischen Gegenständen. Wie sich das Gute in der sichtbaren Tat verwirklicht, so erzeugt der Gedanke an das reine Dreieck auch die wirklichen, konstruierten Dreiecke. Es besteht noch eine weitere Übereinstimmung zwischen der ethischen und der mathematischen Logik: Wie die untereinander in Beziehungen stehenden Tugendbegriffe einer höheren Idee, der ``ganzen'' Tugend sich einordnen müssen, so muß auch, sagt \textit{Platon}, das mathematische System aus einem höheren Prinzip herzuleiten sein. Schlüssel hierzu sind ihm die Ideenzahlen, die sowohl eine höhere Art von Zahlen wie von Ideen darstellen. Durch sie glaubt er die größere oder kleinere Entfernung aller Begriffe voneinander feststellen zu können. \textit{Aristoteles} gibt den Gedanken eines alles umfassenden Systems auf und überläßt den einzelnen Wissenschaften die Festsetzung der Begriffe. Mit einem Hinweis auf \textit{Platon}s Bestreben, die Gleichsetzung Idee-Zahl mathematisch fruchtbar zu machen, was schließlich auf einen neuen Zahl- und Verhältnisbegriff führt, der auch das Inkommensurable umfaßt, schließt die gedankenreiche Arbeit.
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