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Naturphilosophie. VIII + 176 S. - MaRDI portal

Naturphilosophie. VIII + 176 S. (Q2621444)

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Naturphilosophie. VIII + 176 S.
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    Naturphilosophie. VIII + 176 S. (English)
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    1933
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    Die Überlegungen dieses äußerst anregenden, knapp und klar geschriebenen Buches sind, wie im Vorwort hervorgehoben wird, an der durch \textit{Helmholtz} eingeleiteten wissenschaftstheoretischen Betrachtungsweise orientiert (ohne daß sie übrigens alle Einzelheiten der \textit{Helmholtz}schen Erkenntnistheorie festzuhalten suchten). Die hiermit angedeutete methodische Haltung kommt bereits in Kap. I (``Die Hauptprobleme der Naturphilosophie'') deutlich zum Ausdruck: Verf. distanziert sich hier entschieden von allen Versuchen, durch naturphilosophische Betrachtungen zu einer metaphysischen Wesenserkenntnis der Natur zu gelangen; die echte Aufgabe einer wissenschaftlichen Naturphilosophie erblickt er vielmehr ausschließlich in einer sorgfältigen logischen Analyse der in der Naturwissenschaft angewendeten Begriffsbildungen und Begründungsweisen. Bei der Durchführung dieser Aufgabe wird in weiterem Umfange von den Untersuchungsmethoden und Ergebnissen der neueren Logistik Gebrauch gemacht; gelegentlich wird auch der logistische Formalismus herangezogen. Die für die Anwendung der logistischen Methodik erforderlichen Hilfsmittel werden in Kap. II (``Hilfsbetrachtungen aus der Logistik'') kurz entwickelt und erläutert; Verf. beschränkt sich dabei auf die Grundzüge des Aussagenkalküls und die Elemente des Funktionenkalküls unter Verzicht auf die Typentheorie. In Kap. III (``Wissenschaftstheoretische Untersuchungen'') werden einige wichtigere begriffliche Hilfsmittel für die späteren wissenschaftstheoretischen Analysen bereitgestellt; insbesondere wird der Begriff der Struktur und der Grundgedanke der axiomatischen Methode erörtert; ferner wird die in der neueren wissenschaftlichen Philosophie so wichtig gewordene Unterscheidung zwischen sinnvollen und sinnlosen Sätzen und die Einteilung der ersteren in eigentliche Aussagen und Tautologien eingeführt; im Zusammenhang mit der Erörterung des Tautologiebegriffs wird auch das Geltungsproblem der Logik diskutiert. Verf. neigt hier einem ``auf dem Boden des Formalismus erwachsenen kritischen Empirismus'' zu, demzufolge die Tautologien, z. B. der Satz vom ausgeschlossenen Dritten, nicht völlig gehaltleer sind, sondern gewisse Tatsachen über linser Erkennen zum Ausdruck bringen und gleichsam als Erkenntnisse zweiter Stufe angesehen werden müssen. Das Kap. IV (``Die allgemeinen Forschungsprinzipien der Naturwissenschaft'') behandelt eingehend die Formen der naturwissenschaftlichen Begriffs- und Hypothesenbildung, die Frage der Begründung von Hypothesen und Einzelaussagen durch Beobachtung und Experiment und schließlich das Induktionsproblem; im Zusammenhang mit diesem wird auch die moderne statistische Wahrscheinlichkeitstheorie in der von \textit{R. v. Mises} angegebenen, dann in der neuerdings von \textit{H. Reichenbach} entwickelten Form kurz dargestellt. Im Rahmen dieser Betrachtungen gibt Verf. auch eine bemerkenswerte kritische Diskussion des älteren Empirismus und Positivismus; ferner umreißt er die Grundgedanken der ``physikalistischen'' These von der Universalität und Intersubjektivität der physikalischen Sprache. Das Kap. V (``Zählen und Messen'') behandelt die logischen Grundlagen der quantitativen Methoden der Naturwissenschaft. Kap. VI (``Mathematik und Wirklichkeitsterkenntnis'') verdeutlicht den Kalkülcharakter der reinen Mathematik und erörtert im Anschluß daran die Frage nach der Anwendbarkeit eines solchen Kalküls in der empirischen Wissenschaft und nach deren Begründung. Verf. gibt hier eine kurze kritische Übersicht über die wichtigsten Versuche zur Beantwortung dieser Fragen; seine eigene Stellungnahme dürfte im wesentlichen durch den oben bereits erwähnten ``kritischen Empirismus'' bestimmt sein. - Im Kap. VII (``Das Raum-Zeit-Problem'') setzt sich Verf. zunächst mit der \textit{Kant}ischen Raum-Zeit-Lehre sowie mit der später daraus hervorgegangenen konventionalistischen Auffasung kritisch auseinander und entwickelt dann den gegenwärtigen Stand des Problems; dabei finden insbesondere die von \textit{H. Reichenbach} in seinen logischen Analysen der Raum-Zeit-Lehre der Relativitätstheorie erzielten wichtigen Ergebnisse genauere Berücksichtigung. - Auch das Schlußkapitel, das ``Das Problem der sog. Naturgesetzlichkeit'' behandelt, beginnt mit einer Kritik der aprioristischen Theorie, der vor allem die Leerheit ihrer Formulierungen des Kausalprinzips nachgewiesen wird; es umreißt dann den Inhalt des Kausalsatzes im Sinne der Naturwissenschaft und erörtert die Geltung dieses Satzes unter Berücksichtigung der Ergebnisse der neueren Physik. Den Abschluß bildet ein kurzer Ausblick auf die Konsequenzen der vorangegangenen Überlegungen für die Frage nach der von den Vitalisten behaupteten Eigengesetzlichkeit des Lebens und für das Problem der Willensfreiheit. Ein Literaturverzeichnis unterrichtet den Leser über die wichtigsten Untersuchungen auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Naturphilosophie und erleichtert ihm so den Zugang zu einem eingehenderen Studium der Spezialprobleme, die in dem vorliegenden interessanten kleinen Werk zum Teil eben nur gestreift werden konnten.
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