A lecture on geometry by Philipp Imser (Tübingen 1533) (Q2912393)
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scientific article; zbMATH DE number 6082698
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | A lecture on geometry by Philipp Imser (Tübingen 1533) |
scientific article; zbMATH DE number 6082698 |
Statements
14 September 2012
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A lecture on geometry by Philipp Imser (Tübingen 1533) (English)
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Ein 1992 in New York versteigertes Manuskript, eine ``einführende Geometrievorlesung'' (S. 38) des 1533 in Tübingen tätigen Philipp Imser aus Straßburg (1500?--1570), wird vorgestellt; ob Vorlesungsmanuskript oder Mitschrift eines Studenten, bleibt offen. Die Blätter 1--50 umfassen in neun Kapiteln den Hauptteil, dann folgen bis Blatt 79 ``Konstruktionsprobleme der praktischen Geometrie, und es bestehen Beziehungen zu Dürers\dots \textit{Underweysung}\dots, 1525'' (S. 38).NEWLINENEWLINENEWLINEPhilipp Imser, im Juli 1526 in Tübingen immatrikuliert, war ``Schüler und zeitweise ein Hausgenosse Johannes Stöfflers (1452--1531)'' (S. 39), übernahm im Juni 1531 die Nachfolge seines Lehrers Stöffler für 30 Gulden im Jahr, gehörte von 1531 bis 1557 mit Unterbrechungen dem dortigen Lehrkörper an, wurde 1536 in Freiburg immatrikuliert, wo er vermutlich zum Doktor der Medizin promovierte, wurde in Tübingen im Mai 1537 sowie im Dezember 1538 jeweils auf ein Jahr für 80 Gulden ``\textit{ad lectionem mathematices}'' (S. 40) angestellt. Fraglich bleibt wohl, warum sich Imser im Juli 1545 in Ingolstadt immatrikulierte, wobei unter seinem Namen steht: ``\textit{doctor medicinae, insignis mathematicus eiusque professor Tubingae}'' (S. 40). Imsers Tätigkeitsfeld: ``\dots hauptsächlich Astronom und Instrumentenbauer. Er besaß\ wahrscheinlich eine Offizin in Tübingen'' (S. 40 f.), wo er selbst mitarbeitete; sein ``Hauptwerk war jedoch eine große Planetenuhr. Die Grundidee des Werks war, auf einem Hauptzifferblatt die ekliptikalen Längen aller Planeten anzuzeigen.\dots'' (S. 41) Der Versuch, Kurfürst Ottheinrich von der Pfalz, der die Palatina in Heidelberg gründete, als Auftraggeber zu gewinnen, endete schließlich in Unfrieden; ab 1557 wirkte Imser als Instrumentenbauer in Weil der Stadt. Die Arbeit an der Planetenuhr, die sich jetzt im Technischen Museum Wien befindet, zog sich bis 1561 hin. Obwohl größere Veröffentlichungen von Imser nicht bekannt sind (vgl. S. 41), seien seine ``Manuskripte \dots wissenschaftshistorisch sehr bedeutsam'' (S. 42) und der Verfasser bemerkt, dass jener sowohl die Ephemeriden seines Lehrers Stöffler für die Jahre 1532--1551 publizierte als auch der Universität \textit{instrumenta mathematica} und einen \textit{globus geographicus} überließ, sowie 1554 eigene \textit{tabulae astronomicae} -- eine Verbesserung der \textit{tabulae eclipsium} Georgs von Peuerbach? -- mit der Bitte überreichte, diese zu veröffentlichen; Imser hinterließ\ jedoch etliche Manuskripte.NEWLINENEWLINENEWLINEDas Manuskript von Imsers Geometrievorlesung von 1532, das schwer lesbar ist, besitzt zwei Leitsätze, je einen zur ``Mathematica'' und zur ``Geometria'' (S. 42), trägt den Titel: \textit{Introductorium Geometricum ex Euclide aliisque eius scientiae scriptoribus de promptura. Per Philippum Impsserum Argentinum.} (S. 38; 42) Es handelt sich um eine Einführung zu Euklids \textit{Elementen}. Imser will ``seinen Hörern geometrische Begriffe und Fakten und wichtige Konstruktionen vermitteln'' (S. 43); der Verfasser führt dies schlüssig und anhand der Kopie einer Seite vor. Ein Appendix zeigt 30 \textit{problemata} (= Konstruktionsprobleme), wobei der Verfasser deren deutliches ``Gefälle zur Praxis'' (S. 45) hervorhebt, allerdings ohne z.B. Albrecht Dürer zu benennen.NEWLINENEWLINENEWLINEIm Abschnitt ``Über praktische Geometrie und die Beziehung Imsers zu Dürer'' hebt der Verfasser die ``im ganzen Mittelalter beachtlichen Kenntnisse der praktischen Geometrie'' (S. 45) in den Bauhütten und Werkstätten der Kunsthandwerker hervor, verweist auf Matthäus Roritzers (gestorben um 1492/93) \textit{Büchlein von der Fialen Gerechtigkeit} (1486), dessen Grundaufgaben aus der \textit{Geometria Deutsch}, um 1487/88, ``im zweiten Buch der \textit{Underweysung}'' (S. 46) Dürers auftreten; er stellt fest, dass dem damaligen Handwerker ``ein ganz erheblicher Teil der elementargeometrischen Verfahren\dots unmittelbar einsichtig'' (S. 46) war und zeigt schließlich, dass gemäß\ dem Appendix auch Akademikern, also Imsers Hörern, ``recht praxisnahe Probleme und Methoden vorgetragen'' (S. 46) wurden.NEWLINENEWLINENEWLINEDer letzte Abschnitt besteht aus einer tabellarischen Übersicht über den Inhalt von Imsers Vorlesung, die mit kurzen Kommentaren diese Handschrift gliedert, die sich erheblich auf Euklids \textit{Elemente} beruft, gemäß\ ``\textit{Caput I}'' bis ``\textit{Caput X: Appendix in Introductorium Geometricum}''. Der Verfasser führt einige der 30 \textit{problemata} des Appendix vor: ``Problem 29. Einem gegebenen Kreis soll ein regelmäßiges \(n\)-Eck einbeschrieben werden, wobei \(3\leq n\leq 12\)'' (S. 48) wird deutlich angesprochen, skizziert, kommentiert mit Bezug auf den \textit{Almagest} des Ptolemaios, Christoph Clavius und Dürer.NEWLINENEWLINE Allgemein: Einfühlsam wird ein hiesiger lateinischer Geometrie-Text des 16. Jahrhunderts vorgestellt; der Blick war damals freilich vorwiegend auf indisch-arabisches Rechnen und symbolische Algebra ausgerichtet.NEWLINENEWLINEFor the entire collection see [Zbl 1242.01001].
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