Zur Kritik der wissenschaftlichen Grundbegriffe. (Q571244)
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scientific article; zbMATH DE number 2555104
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Zur Kritik der wissenschaftlichen Grundbegriffe. |
scientific article; zbMATH DE number 2555104 |
Statements
Zur Kritik der wissenschaftlichen Grundbegriffe. (English)
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1931
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In seinem bemerkenswerten Aufsatz behandelt Verf., orientiert an den Grundgedanken \textit{Ernst Machs}, einige Probleme der Erkenntnistheorie der exakten Wissenschaften und setzt sich dabei mit den neueren positivistischen Theorien, insbesondere mit denjenigen des Wiener Kreises, auseinander. Es werden im wesentlichen zwei Probleme erörtert: die Frage nach den physikalischen Gegenständen und nach ihrem Zusammenhange mit dem ``unmittelbar Gegebenen'' und der Fragenkreis der Induktion und der Kausalität. Bezüglich des erstgenannten Problems stimmt Verf. der positivistischen These zu, daß jede legitime Aussage der empirischen Wissenschaft -- insbesondere also jede Aussage über die physikalischen Gegenstände im weitesten Sinne des Wortes -- auf ``letztes Gegebenes'', auf ``unmittelbar Erlebtes'' zurückgeführt werden könne. Die kennzeichnende Eigenschaft der unmittelbaren Erlebnisse findet Verf. darin, daß sie uns im Augenblick ihres Auftretens ohne Vermittlung andren Wissens unmittelbar als vorhanden bekannt seien, während das Wissen vom Vorhandensein eines physikalischen Gegenstandes außer gewissen Erlebnissen noch eine Vermittlung durch weiteres Wissen voraussetze. Verf. bezeichnet nun das unmittelbar Erlebte, das einem bei irgendeiner Wahrnehmung eines Dinges gegeben ist, als die ``Erscheinung'' dieses Dinges und führt dann aus, daß der Begriff des physikalischen Dinges ein Gesetz für den Zusammenhang gewisser Erscheinungen bezeichne: ``Das Wissen von einem Dinge ist ... stets das Wissen von einer \textit{Theorie}'' (nämlich derjenigen seiner ``Erscheinungen''). Von dem so gewonnenen Standpunkt aus untersucht Verf. einige alte erkenntnistheoretische Fragen; insbesondere diskutiert er die realistische und die idealistische Auffassung von der Existenz der physikalischen Gegenstände und ferner die neuerdings oft aufgestellte Behauptung, die moderne Physik entferne sich immer mehr von der anschaulichen Wirklichkeit des Lebens; endlich wird ein Exkurs über das Wahrheitsproblem gegeben. Während in all diesen Punkten eine -- für den Verf. durch terminologische Differenzen z. T. verdeckte -- weitgehende Übereinstimmung mit den Ergebnissen des Wiener Kreises besteht, vertritt er eine wesentlich abweichende Auffassung bezüglich des Induktions- und des Kausalproblems. Verf. sieht, um es an einem seiner Beispiele zu erläutern, den Satz, daß Kochsalz in Wasser löslich ist, als einen Erfahrungssatz an, dessen Allgemeingültigkeit darauf beruhe, daß ``der Name Kochsalz so bestimmt worden ist, daß er nicht einen unlöslichen Körper, sondern nur einen löslichen bezeichnet.'' Ist hiernach der angeführte allgemeingültige Satz selbst analytisch, so liegt das empirische Moment Verf. zufolge darin, daß der Begriff ``Kochsalz'' im Anschluß an die Erfahrung eingeführt wird: ``Daß es in der Welt etwas derartiges gibt, wie es die Begriffe des Goldes und... des Kochsalzes .. . bezeichnen, das ist das synthetische Urteil, das in jeder dieser Induktionen allgemein ausgesprochen wird...'' Das Kausalprinzip wird in einer konventionalistisch gefärbten Weise im Sinne der Forderung gedeutet, etwaige Abweichungen der empirischen Befunde von den bisher anerkannten Naturgesetzen dadurch in den systematischen Erkenntniszusammenhang einzufügen, daß man die bisher angenommenen Naturgesetze in geeigneter Weise erweitert. Das Kausalprinzip soll über diese methodische Forderung hinaus besagen, daß eine derartige Erweiterung stets möglich sei. (VII 1.)
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