Über vorgriechische Mathematik. (Q5917124)
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scientific article; zbMATH DE number 2568757
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| English | Über vorgriechische Mathematik. |
scientific article; zbMATH DE number 2568757 |
Statements
Über vorgriechische Mathematik. (English)
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1929
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Verf. weist auf die noch vielfach unterschätzten Kenntnisse der \textit{Ägypter} und \textit{Babylonier} hin. Schon am Beginn des zweiten Jahrtausends v. Chr. beherrschen beide Völker eigenartige, aber durchaus zweckerfüllende Rechenmethoden, die ersteren auf Grund eines dyadischen Multiplikationssystemes und in der Bruchrechnung unter Verwendung von Stammbruchsummen, die letzteren mit Hilfe eines positionsartigen sexagesimalen Zahlschreibsystemes. Beide besitzen auch einen reichen Bestand geometrischer Sätze; Höhepunkt sind bei den \textit{Ägyptern} ein guter Näherungswert für \(\pi\) und die genaue Vorschrift, das Volumen einer abgestumpften Pyramide zu berechnen, bei den \textit{Babyloniern} die rechnerische Lösung schwierigerer Flächenteilungsaufgaben, die sogar die Kenntnis der Lösung der quadratischen Gleichung voraussetzen. Als die \textit{Griechen} zuerst nach Ägypten kamen, war das Volk im Verfall, die Wissenschaft in Erstarrung: die Übernahme des neuartigen fremdländischen Wissens mußte ihnen viel schwerer fallen als uns -- die wir doch den Stoff sogar als elementar kennen -das Studium des Papyrus \textit{Rhind} und \textit{Moskau}. Wenn \textit{Thaies} und \textit{Pythagoras} ägyptische Mathematik erfassen, so ist das eine geistige Großtat, die sie sich dadurch erleichterten, daß sie die Verarbeitung des überreichen Einzelstoffes durch Gruppierung und Beweisführung sich übersichtlicher gestalteten. In \textit{Babylonien} trat eine Neublüte der Wissenschaft nach Festigung des persischen Reiches ein; die Auswirkung auf die griechische Mathematik erfolgte erst nach dem Alexanderzuge, als die Diadochenreiche erstarkten.
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